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Novartis: MS-Mittel ist Sanofi-Medikament überlegen

Ein MS-Produktkandidat des Pharmakonzerns schneidet besser ab als das Vergleichspräparat des Konkurrenten Sanofi.

(AWP/RB) Der Pharmakonzern Novartis (NOVN 86.26 0.44%) verzeichnet einen Studien-Erfolg mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Ofatumumab. Novartis zählt diesen Produktkandidaten zu den potentiellen «Blockbustern», also zu den Produkten mit einem Umsatzpotential von einer Milliarde US-Dollar oder mehr.

Das Mittel habe in zwei unter dem Namen «Asclepios» laufenden Studien die primären Endpunkte erreicht, teilte Novartis am Freitag mit. So sei die Rückfallquote bei Patienten mit wiederkehrender MS geringer gewesen als beim Vergleichs-Medikament Aubagio von Sanofi. Der Rückgang der Anzahl Rückfälle sei gar «hoch signifikant» gewesen, so Novartis.

Verglichen wurde in der Studie eine einmal monatlich subkutan, also unter die Haut, verabreichte Dosis von Ofatumumab mit einer einmal täglich oral verabreichten Dosis von Aubagio. Die Patienten können die Injektion selber vornehmen, was ein Vorteil ist gegenüber dem sehr erfolgreichen Konkurrenzprodukt Ocrevus von Roche (ROG 285.05 0.72%). Dieses muss zwar nur einmal pro halbes Jahr verabreicht werden, aber als Infusion in einer medizinischen Einrichtung.

Vergleich mit Roche-Medikament steht aus

Michael Nawrath, Pharmaanalyst bei der ZKB, hätte denn auch lieber einen direkten Vergleich von Ofatumumab und Ocrevus gesehen, dem «Marktführer und zurzeit besten MS-Mittel». Beide verfügten über den selben Wirkmechanismus. Nun könne, wenn die Daten publiziert seien, nur indirekt abgeschätzt werden, welches Marktpotential das Novartis-Mittel hat.

Stefan Schneider von der Bank Vontobel (VONN 54.25 0.09%) rechnet aufgrund der bisherigen Erkenntnisse mit einem Spitzenumsatz von «nur» 1. Mrd. $. Er rechnet mit der Zulassung Ende 2020 und der Markteinführung Anfang 2021.

Weitere Ziele der Studie erreicht 

Wie Novartis weiter mitteilt, habe Ofatumumab (OMB157) zusätzliche Schlüsselziele der Studie erreicht. So habe sich die Zeit der Patienten bis zur Invalidität verlängert und auch das Sicherheitsprofil sei vorteilhaft. Weitere Studienergebnisse will Novartis am MS-Fachkongress ECTRIMS vorstellen. Die Tagung findet vom 11. bis 13. September in Stockholm statt.

Bis zum Ende des laufenden Jahres will Novartis zudem mit der Eingabe für die Zulassungsbewilligung bei den Gesundheitsbehörden starten. Sollte der Wirkstoff die Zulassung erhalten, dürfte er bei Patienten mit wiederkehrender Multiple Sklerose breite Anwendung finden, so zumindest lautet die Annahme von Novartis. Denn es wäre die erste B-Zellen-Therapie, welche zu Hause angewendet werden könnte.

Zum MS-Portfolio von Novartis gehört etwa auch das Medikament Gilenya, welches bereits zugelassen ist.

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