Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp
Unternehmen / Schweiz

Novartis soll Alcon-Verkauf prüfen

Gemäss Insidern habe der Schweizer Pharmakonzern das US-Finanzinstitut Bank of America angeheuert, strategische Optionen für die Augenheilsparte zu prüfen.

(Bloomberg/FH/KUE) Der Schweizer Pharmakonzern Novartis (NOVN 82.2 -0.72%) habe die US-Grossbank Bank of America (BAC 23.27 1.66%) angeheuert, strategische Optionen für die Augenheilsparte Alcon zu prüfen. Dies berichtete am Donnerstag die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf mit der Materie vertraute Personen.

Die Optionen würden einen teilweisen oder kompletten Verkauf an Private-Equity-Gesellschaften respektive andere Bieter umfassen. Die Überlegungen seien allerdings noch vorläufiger Natur. Eine Entscheidung könne auch erst in der zweiten Jahreshälfte gefällt werden, erklärte eine der ungenannten Quellen.

Abspaltung über Kapitalmarkttransaktion

Ein Novartis-Sprecher erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Gesellschaft sich zu Gerüchten und Spekulationen nicht äussere. Er verwies auf die Aussagen im Geschäftsbericht 2016, wonach Optionen zur Maximierung des Shareholder Value der Division geprüft werden.

Schon länger wird darüber spekuliert, dass Novartis die Augenheilsparte über eine Kapitalmarkttransaktion abspalten könnte.

«Ich persönlich würde diese Option zum gegenwärtigen Zeitpunkt begrüssen», sagte CEO Joe Jimenez an einem Pressegespräch für Schweizer Journalisten im Januar. Bis Ende 2017 wolle Novartis über die Zukunft von Alcon entscheiden, gab das Unternehmen damals bekannt.

Einbruch der Gewinnmarge 2016

Der Verkauf oder eine Ausgliederung der Augenheiltochter Alcon standen eigentlich schon länger zur Debatte. Denn die Sparte hat noch immer einen sehr grossen Investitionsbedarf, der im Kern auf ihre operative Gewinnmarge drückt.

Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der Kernbetriebsgewinn um ein Drittel auf 850 Mio. $. Dabei sank die operative Kerngewinnmarge bei konstanten Wechselkursen sehr kräftig – um 5,3 Prozentpunkte – auf 14,6%. Zum Vergleich: Im Novartis-Gesamtkonzern lag die Marge 2016 bei 26,8%.

«Das Ergebnis war durch höhere Investitionen in Marketing und Verkauf sowie Forschung und Entwicklung im Zusammenhang mit dem Wachstumsplan sowie durch den Umsatzrückgang geprägt», teilte Novartis im Januar zu den Ergebnissen der Augenheilsparte mit.

Keine Wende in Sicht

Bislang ist für Beobachter jedenfalls nicht absehbar, dass sich die Profitabilität wieder spürbar bessert. Einige Analysten erwarten sogar einen weiteren Rückgang der Kernbetriebsmarge in diesem Jahr. Daran hat auch die jüngste Zulassung einer neuartigen Kontaktlinse in den USA nichts geändert.

Novartis hatte Alcon 2010 für 51 Mrd. $ übernommen, im vergangenen Jahr trug sie mit 5,8 Mrd. $ fast 12% zum Konzernumsatz bei. Dies waren 2% weniger als ein Jahr zuvor – in konstanten Wechselkursen gerechnet.