Unternehmen / Schweiz 15:38 - 20.04.2017

Novartis soll Alcon-Verkauf prüfen

Gemäss Insidern habe der Schweizer Pharmakonzern das US-Finanzinstitut Bank of America angeheuert, strategische Optionen für die Augenheilsparte zu prüfen.
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CEO
Angelsächsische Kürzel für Unternehmenschef (Chief Executive Officer), Leiter der Finanzabteilung (Chief Financial Officer), Leiter Anlagestrategie (Chief Investment Officer) sowie Leiter operatives Geschäft (Chief Operating Officer), die gemeinsam die Geschäftsleitung bilden.
Geschäftsbericht
Enthält ausser der Bilanz und der Erfolgsrechnung Informationen über die künftige wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft, die Erfolge einzelner Geschäftszweige etc.
Kapitalmarkt
Markt für mittel- und langfristige Anlagen. Auf dem Primärmarkt finanzieren Unternehmen ihre Investitionen durch die Ausgabe von Wertpapieren (Aktien , Obligationen ), auf dem Sekundärmarkt werden die Titel gehandelt. So findet laufend eine Bewertung der Gesellschaften statt. Im Unterschied dazu dient der Geldmarkt dem Handel kurzfristiger Finanzierungsinstrumente.
Marge
1. Differenz zwischen den Aktiv- und den Passivzinsen einer Bank (Zinsmarge ). 2. Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs eines Wertpapiers (Geld-Brief-Spanne ). 3. Bareinschuss (Initial Margin , Variation Margin ) bei Futures oder CDF (Sicherheitsmarge). 4. Ergebnis (meist das operative) im Verhältnis zum Umsatz (Return on Sales, RoS).
Option
Das Recht – nicht aber die Pflicht –, innerhalb einer bestimmten Zeit (Laufzeit ) eine feste Menge eines bestimmten Basiswerts zu einem im Voraus fixierten Ausübungspreis zu kaufen (Call ) oder zu verkaufen (Put ). Für dieses Recht zahlt der Optionär dem Verkäufer der Option eine Optionsprämie . Optionen können individuell zwischen den Parteien (OTC-Option ), in einem Warrant verbrieft oder an Terminbörsen gehandelt werden.
Shareholder
Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.
Shareholder Value
Die Maximierung des Shareholder Value ist das Bestreben der für eine AG verantwortlichen Geschäftsführung und des Verwaltungsrats , um den Unternehmenswert für die Aktionäre kontinuierlich zu steigern.
Spekulation
Tätigkeit, die darauf ausgerichtet ist, aus einer erwarteten Marktveränderung Nutzen zu ziehen. Im engeren Sinne umfasst die Spekulation Geschäfte, bei denen hohe Gewinn- und Verlustrisiken eingegangen werden.
Wechselkurs
Gibt an, in welchem Verhältnis die Währung eines Landes gegen die Währung eines anderen Landes gewechselt werden kann (vgl. effektiver Wechselkurs ).

(Bloomberg/FH/KUE) Der Schweizer Pharmakonzern Novartis (NOVN 76.9 0.98%) habe die US-Grossbank Bank of America (BAC 23.65 -1%) angeheuert, strategische Optionen für die Augenheilsparte Alcon zu prüfen. Dies berichtete am Donnerstag die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf mit der Materie vertraute Personen.

Die Optionen würden einen teilweisen oder kompletten Verkauf an Private-Equity-Gesellschaften respektive andere Bieter umfassen. Die Überlegungen seien allerdings noch vorläufiger Natur. Eine Entscheidung könne auch erst in der zweiten Jahreshälfte gefällt werden, erklärte eine der ungenannten Quellen.

Abspaltung über Kapitalmarkttransaktion

Ein Novartis-Sprecher erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Gesellschaft sich zu Gerüchten und Spekulationen nicht äussere. Er verwies auf die Aussagen im Geschäftsbericht 2016, wonach Optionen zur Maximierung des Shareholder Value der Division geprüft werden.

Schon länger wird darüber spekuliert, dass Novartis die Augenheilsparte über eine Kapitalmarkttransaktion abspalten könnte.

«Ich persönlich würde diese Option zum gegenwärtigen Zeitpunkt begrüssen», sagte CEO Joe Jimenez an einem Pressegespräch für Schweizer Journalisten im Januar. Bis Ende 2017 wolle Novartis über die Zukunft von Alcon entscheiden, gab das Unternehmen damals bekannt.

Einbruch der Gewinnmarge 2016

Der Verkauf oder eine Ausgliederung der Augenheiltochter Alcon standen eigentlich schon länger zur Debatte. Denn die Sparte hat noch immer einen sehr grossen Investitionsbedarf, der im Kern auf ihre operative Gewinnmarge drückt.

Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der Kernbetriebsgewinn um ein Drittel auf 850 Mio. $. Dabei sank die operative Kerngewinnmarge bei konstanten Wechselkursen sehr kräftig – um 5,3 Prozentpunkte – auf 14,6%. Zum Vergleich: Im Novartis-Gesamtkonzern lag die Marge 2016 bei 26,8%.

«Das Ergebnis war durch höhere Investitionen in Marketing und Verkauf sowie Forschung und Entwicklung im Zusammenhang mit dem Wachstumsplan sowie durch den Umsatzrückgang geprägt», teilte Novartis im Januar zu den Ergebnissen der Augenheilsparte mit.

Keine Wende in Sicht

Bislang ist für Beobachter jedenfalls nicht absehbar, dass sich die Profitabilität wieder spürbar bessert. Einige Analysten erwarten sogar einen weiteren Rückgang der Kernbetriebsmarge in diesem Jahr. Daran hat auch die jüngste Zulassung einer neuartigen Kontaktlinse in den USA nichts geändert.

Novartis hatte Alcon 2010 für 51 Mrd. $ übernommen, im vergangenen Jahr trug sie mit 5,8 Mrd. $ fast 12% zum Konzernumsatz bei. Dies waren 2% weniger als ein Jahr zuvor – in konstanten Wechselkursen gerechnet.

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