Unternehmen / Gesundheit

Novartis-Chefjurist verlässt den Pharmakonzern

Felix Ehrat stolpert über die frühere Vereinbarung zwischen Novartis und dem Anwalt von US-Präsident Donald Trump.

(Reuters/AWP) Die Zusammenarbeit mit einem Anwalt von US-Präsident Donald Trump hat beim Pharmakonzern Novartis (NOVN 77 -0.82%) personelle Konsequenzen. Chefjurist Felix Ehrat trete zum 1. Juni 2018 zurück, teilte der weltgrösste Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten am Mittwoch vor einer Investorenveranstaltung in Basel mit.

Sein Rücktritt erfolge in Zusammenhang mit Diskussionen über die frühere Vereinbarung von Novartis mit Trumps Anwalt Michael Cohen. «Dieser Vertrag, obwohl juristisch nicht zu beanstanden, war ein Irrtum», wurde Ehrat in der Mitteilung zitiert. «Als Mitunterzeichner mit unserem damaligen CEO übernehme ich mit diesem Entscheid persönlich Verantwortung, um die öffentliche Debatte darüber zu beenden.» Nachfolgerin werde Shannon Thyme Klinger.

Der frühere Novartis-Chef Joseph Jimenez hat eingeräumt, dass die Zusammenarbeit mit einem Anwalt von US-Präsident Donald Trump im Vorfeld nicht ausreichend geprüft worden ist. «Es hätte mehr Sorgfalt geben sollen», sagte Jimenez am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Dem Manager zufolge hat ein Mangel an verfügbaren Beratern nach der US-Präsidentschaftswahl 2016 Novartis zu raschem Handeln gezwungen. «Ich meine, es gab sehr wenige Leute, die die Leute kannten, die in einer Menge Jobs platziert wurden.»

Übernahme von Avexis abgeschlossen

Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass Novartis die Zusammenarbeit mit der Firma von Cohen beendete, über die auch Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels geflossen sind. Kurz nach der Wahl Trumps hatte sich Novartis die Dienste von Cohen gesichert, um Einblick in die geplante Gesundheitspolitik der neuen Regierung zu erhalten, und dafür insgesamt 1,2 Mio. $ auf den Tisch gelegt.

Am Dienstagabend hatte der Pharmakonzern zudem bekanntgegeben, dass er die Übernahme des US-Unternehmens Avexis (Avexis 0 0%) abgeschlossen hat. Die Aktionäre erhalten für jede Avexis-Aktie 218 $ und der Handel mit den Titeln an der US-Technologiebörse Nasdaq wurde eingestellt, wie der Basler Konzern am Dienstagabend mitteilt.

Novartis hatte Anfang April eine Vereinbarung zur Übernahme mit Avexis geschlossen und dabei das auf Gentherapie spezialisierte Unternehmen mit 8,7 Mrd. $ bewertet.

Leser-Kommentare