Unternehmen / Immobilien

Novavest kann Einnahmen steigern

Die Immobiliengesellschaft leidet im ersten Halbjahr nicht ganz so stark unter der Coronakrise. Eine Kapitalerhöhung ist angedacht.

(AWP/GA) Die Immobiliengesellschaft Novavest (NREN 43.30 +0.23%) hat am Donnerstag ihre bereits veröffentlichten vorläufigen Zahlen bestätigt. Demnach hat die Gesellschaft im ersten Halbjahr das Betriebsergebnis (Ebit) um 17% auf 11,2 Mio. Fr. gesteigert. Der Gewinn inklusive Neubewertungserfolg liegt bei 8,2 Mio. Fr. (VJ 6,5 Mio.) und exklusive Neubewertungserfolg bei 5,0 Mio. Fr. (4,4 Mio).

Die Auswirkungen der Coronakrise auf die Mieterträge waren im ersten Halbjahr  relativ gering, teilte die Gesellschaft mit. Man habe frühzeitig mit verschiedenen kleineren Gewerbemietern, die vom Lockdown besonders betroffen waren, das Gespräch gesucht und individuelle Lösungen (z.B. temporäre Mietzinsreduktion, Mietzinsstundungen) erarbeitet. Für das erste Halbjahr wurden Mietzinsreduktionen von 46’000 Fr. gewährt.

So stiegen die Einnahmen aus Mieterträgen in den ersten sechs Monaten 10% auf 11,6 Mio. Fr. Der Wert des Immobilienportfolios stieg in der Berichtsperiode bzw. gegenüber Ende 2019 um 14% auf 630,0 Mio. Fr. Der Anstieg ist zum grössten Teil auf die Akquisitionen diverser Liegenschaften in Basel, St. Gallen und in der Region Luzern zurückzuführen. Dazu kamen die Investitionen in ein Projekt in Zürich und positive Bewertungseffekte auf dem bestehenden Portfolio von 4 Mio. Fr.

Niedrigerer Leerstand

Novavest war im ersten Halbjahr erfolgreich in der Wiedervermietung. Das führte zu einem Rückgang der Leerstandquote von 5,9 auf 4,6% in den Bestandesliegenschaften. Damit liegt die Gesellschaft im Durchschnitt der Branche. Der Sollmietertrag beträgt nach den diversen Zukäufen annualisiert 25 Mio. Fr. (zuvor 22,7 Mio. Fr.)

Die Nettorendite auf den Anlageobjekten erreichte in den ersten sechs Monaten 3,7 (4,1)%.

Mit Blick nach vorne betont die Gesellschaft in der Mitteilung, dass «die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die globale und auf die Schweizer Wirtschaft aus heutiger Sicht noch sehr unklar sind.» Novavest verfüge aber mit einem Wohnnutzungsanteil von etwas mehr als 60% an den Mieterträgen über ein relativ robustes Geschäftsmodell. Die Umnutzungs- und Entwicklungsprojekte in Zürich (bis 2021), St. Gallen (bis 2023), Olten (2020) und Luzern (2020) werden weiter vorangetrieben.

Kapitalerhöhung wird erwogen

Novavest weist per Ende Juni eine Eigenkapitalquote von 40% aus, was genau den Zielvorgaben entspricht. Die Finanzverbindlichkeiten müssen zu durchschnittlich 0,8% verzinst werden.

Der Verwaltungsrat will die eingeschlagene Wachstumsstrategie fortsetzen. Die Möglichkeit einer weiteren Kapitalerhöhung im zweiten Halbjahr wird «geprüft». Zuletzt hatte Novavest im Dezember 2019 das Kapital um rund ein Viertel erhöht, als das Unternehmen von der Berner Börse an die SIX wechselte. Die Transaktion brachte damals gut 50 Mio. Fr. ein.

Die Aktien von Novavest schnitten im laufenden Jahr im Branchenvergleich gut ab. Sie zählen zu den vier Titeln im Immobiliensegment (von insgesamt 20) mit einem Kursgewinn. Die Dividendenrendite betrug zuletzt 3,6%.

Die komplette Historie zu Novavest finden Sie hier.»