«Mer losse d’r Dom en Kölle», heisst es in einem Gassenhauer – denn da gehört er hin, genauso wie die Hohenzollernbrücke und das Museum Ludwig. Köln, mit rund 1,1 Mio. Einwohnern Deutschlands viertgrösste Stadt, war die informelle Herzkammer der alten Bundesrepublik-West. Das frühere Hauptstadtprovisorium Bonn liegt wenige Kilometer südlich, Gründerkanzler Konrad Adenauer war einst Oberbürgermeister von Köln, seinen Wohnsitz hatte der überaus vitale Senior ein Stückchen weiter rheinaufwärts in Rhöndorf. 1946 gründeten die britischen Besatzungsbehörden in der Operation «Marriage» das Land Nordrhein-Westfalen, nicht etwa, weil zusammenwachsen sollte, was nicht zusammengehörte, sondern aus Effizienzgründen: So liess sich das Industriegebiet an der Ruhr einfacher kontrollieren. Die von aus­sen gestiftete Ehe hält. NRW, wie das gängige, fast schon liebevolle Kürzel lautet, wählt am 15. Mai seinen 17. Landtag – der freilich nicht in Köln tagt, sondern in Düsseldorf, wie London es verordnet hatte. Die regierende schwarz-gelbe Koalition dürfte keine Mehrheit mehr erhalten, dafür wird über Schwarz-Grün spekuliert. Die Briten «don’t mind at all». 2019 sind sie ganz aus ihrer Kreation NRW abgezogen.