Anfang oder Ende? Am Kap Finisterre an der Nordwestecke Spaniens steht der Nullkilometerstein des Jakobswegs. Mag sein, dass dieses Jahr die Pilgerschar auf dem Camino de Santiago – eigentlich ein ganzes Netz von Wegen – ausgedünnter, der Ehrentag des Apostels Jakobus am 25. Juli stiller sein wird als sonst. Ausländer dürfen seit dem 1. Juli wieder auf den spanischen Pfaden marschieren, seit dann ist auch die Kathedrale in Santiago de Compostela, der Zielpunkt, wieder zugänglich. In den Herbergen, von denen nun manche offenstehen, herrscht Maskenpflicht; am innigsten wallfahrtet es sich assortiert, mit aufgedrucktem Jakobsmuschel-Sujet. Wer sich noch nicht nach Spanien getraut oder Bundesrat Ueli Maurers Aufruf folgen will («Machen Sie Ferien in der Schweiz, geben Sie das Geld hier aus!»), der kann auch auf heimischen Jakobswegen wandeln, von Konstanz, das ja nur ganz knapp jenseits der Grenze liegt, nach Einsiedeln, via Brünig und Romont bis Genf zum Beispiel. Manche «echte» Jakobswanderer gönnen sich von Santiago aus die etwa 35 km bis Finisterre als Zugabe: Der Blick aufs unendliche Meer als Erfahrung der eigenen Endlichkeit. So viel bieten Boden- und Genfersee denn doch nicht ganz.