Unternehmen / Finanz

Nun wird die Liquidation der Greensill-Fonds zäh

Die Liquidation der Greensill-Lieferkettenfonds der Credit Suisse kommt ins Stocken. Mehr als ein Viertel der Schuldner ist mit den Zahlungen in Verzug.

Es gibt Lichtblicke. Im Oktober konnte Credit Suisse eine Vereinbarung mit GFG Alliance treffen, dem Stahlkonglomerat des britisch-indischen Geschäftsmannes Sanjeev Gupta, dem grössten Schuldner der Supply-Chain-Finance-Fonds (SCFF). Greensill/CS und Gupta einigten sich auf eine Umschuldung im Betrag von über 350 Mio. $. Demnach wird die australische Einheit von Guptas Stahlkonglomerat ihre Kredite gestaffelt bis Mitte 2023 vollständig zurückzahlen. Für die grösseren Beträge, die Guptas britische Stahlinteressen betreffen, besteht noch keine Einigung. «Hier gibt es noch viel Arbeit», schreibt CS in ihrem Update. Insgesamt steht Gupta bei den Fonds mit 1,3 Mrd. $ in der Kreide.

Es kommt kein Geld mehr rein

Die Abwicklung der in Schieflage geratenen Greensill-Fonds der Credit Suisse kommt in die zähe Phase. Solange die Unternehmen ihre Schulden gegenüber dem Fonds zeitgerecht beglichen, floss den Fonds Bares zu, das den Fondsinvestoren ausgeschüttet werden konnte. Nun verbleiben in den Fonds weitgehend nur noch die Papiere der Problemfälle: derjenigen Firmen, die mit ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Fonds bereits in Verzug sind und/oder angekündigt haben, keine Rückzahlungen zu leisten. Oder von solchen, die bereits im Konkursverfahren stehen, wie das US-Bauunternehmen Katerra, einer der grössten Schuldner der Lieferkettenfonds. Von den ausstehenden Supply Chain Finance Notes im Betrag von 2,8 Mrd. $ seien 2,6 Mrd. $ überfällig, schreibt Credit Suisse in ihrer aufdatierten Dokumentation. Bis feststeht, was endgültig verloren ist, dürften noch Jahre vergehen.

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