Unternehmen / Ausland

Nvidia auf Angriffskurs

Der Grafikkartenhersteller startet mit der Ankündigung des eigenen Server-Prozessors den Angriff auf Intel und AMD.

(Reuters) Der US-Chiphersteller Nvidia hat einen neuen Server-Prozessor angekündigt und geht damit in direkte Konkurrenz zu Intel (INTC 54.85 -1.53%) und AMD. Der Chip mit Namen «Grace» solle 2023 auf den Markt kommen, teilte der US-Konzern am Montag mit. Er soll Anwendungen der Künstlichen Intelligenz unterstützen. Nvidia (NVDA 259.55 -3.66%)-Chef Jensen Huang nannte «Grace» das «letzte Puzzlestück», das zusammen mit den Grafik- und Netzwerk-Chips seines Unternehmens die Bausteine für moderne Datenzentren bereitstellen werde. Huang zufolge wird Hewlett-Packard (HPQ 37.88 -1.41%) den Prozessor im neuen Supercomputer «Alps» des Schweizer Hochleistungsrechenzentrums CSCS verbauen.

Nvidia-Aktien legten nach der Ankündigung im Verlauf um knapp 2,5% zu. Intel-Titel gaben dagegen 4% nach.

Die Ankündigung wirft ein Schlaglicht auf Nvidias Plan, für etwa 40 Mrd. $ den Chipentwickler Arm zu übernehmen, auf dessen Technik «Grace» beruhen soll. Das britische Unternehmen baut selbst keine Prozessoren, sondern stellt deren Architektur über Lizenzen bereit. Entsprechende Prozessoren finden sich zwar in den den Produkten von Apple (AAPL 170.08 -1.73%), Samsung (SSU 1'410.00 -0.70%) und anderen Technologie-Riesen, spielen auf dem Server-Markt jedoch bislang eine Nebenrolle. Kritiker haben sich besorgt gezeigt, dass Nvidia nach dem Kauf von Arm vor seinen Rivalen Zugriff auf die neuste Technologie der Briten gelangen könnte. Arm erklärte, Nvidia habe keinen früheren Zugang erhalten als andere Kunden. Die britischen Wettbewerbshüter prüfen das Geschäft.