Das putzige Püppchen posiert im Park vor dem National Stadium in Tokio. Die olympischen Ringe in Knirps-Höhe animieren zu drolligem Treiben und familiärem Fotografieren. Ob hier in fünf Monaten wirklich viel mehr los sein wird als in der gegenwärtigen Coronastille, ist sehr ungewiss. Japan ist in der Pandemie kein Archipel der Gesunden, die Impfkampagne läuft womöglich noch weniger flott als hierzulande. In einer Erhebung der nationalen Rundfunkanstalt NHK haben sich jüngst 80% der Befragten für ein erneutes Verschieben oder gar endgültiges Streichen der Olympischen Sommerspiele ausgesprochen. Auch die Geschäftswelt ist bestenfalls lau, eher skeptisch. Sollen wirklich Zehntausende Sportsleute mitsamt Tross, Pressescharen, am Ende gar noch Sake-selig-zügellose Fans einreisen dürfen? Die globalen und nationalen Olympia-Offiziellen und Japans hohe Politik wollen von Absage nichts wissen. Noch. Ein Stichtag ist der 25. März. Dann beginnt der Lauf mit der olympischen Fackel; er führt durch alle 47 Präfekturen Japans und soll am 23. Juli mit dem Entzünden des olympischen Feuers gleich hier nebenan enden. Falls nicht, dann flackert es eben zu Winterspielen auf, am 4. Februar 2022 in – Peking.
(Bild: Keystone/Franck Robichon)