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OECD: Schweiz hat Frankenschock gut weggesteckt

Die Organisation OECD ist für die Schweizer Wirtschaft zuversichtlich: Das Land habe den Frankenschock gut weggesteckt. Allerdings warnt sie davor, die Zuwanderung zu beschränken.

(Reuters) Die Industriestaaten-Organisation OECD warnt die Schweiz vor einer Drosselung der Zuwanderung. Sollte das Land seine Pläne umsetzen und Einwanderungsquoten einführen, stelle es einen Eckpfeiler seines Wirtschaftswachstums in Frage. Die geplante Beschränkung, für die sich die Schweizer 2014 in einem Volksentscheid ausgesprochen hatten, scheine sich bereits negativ auf die Stimmung auszuwirken. «Die Schweiz profitiert seit langem von einem starken Zuzug ausländischer Arbeitskräfte», erklärte die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) am Dienstag. Bei einer Drosselung dieses Zustroms müsse die Wirtschaft produktiver werden, um mittelfristig weiterhin zu wachsen.

Die Anfang 2014 angenommene Masseneinwanderungsinitiative verpflichtet die Regierung in Bern, ab 2017 je nach den Bedürfnissen der Wirtschaft jährliche Höchstzahlen für die Einwanderung festzulegen. EU-Bürger könnten dann nicht mehr ohne Genehmigung in die Schweiz übersiedeln. Doch viele der weltweit aktiven Schweizer Grosskonzerne sind auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.

1,1% Wachstum prognostiziert

Generell ist die OECD für die Konjunktur des Landes jedoch zuversichtlich: Das Bruttoinlandsprodukt werde nach einem moderaten Plus von 0,7% im laufenden Jahr anziehen und 2016 um 1,1% wachsen. Das zeige, dass die Schweiz die Aufwertung des Schweizer Franken gut verdaut habe. Im Januar hatte die Schweizer Nationalbank (SNB (SNBN 5300 1.15%)) den Euro-Mindestkurs von 1.20 Fr. überraschend aufgegeben. Daraufhin gewann der Franken massiv an Wert – was Schweizer Waren im Ausland teurer machte und somit die exportorientierte Schweizer Industrie belastete.

Dennoch sei die Politik der SNB angesichts der lange Zeit niedrigen oder negativen Inflation angemessen, urteilten die OECD-Experten in ihrem Länderbericht. Die SNB müsse nun eruieren, wie weit sie die bestehenden Negativzinsen noch ausweiten könne und wie lange diese Bestand haben könnten.

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