Unternehmen / Ausland

OECD zielt auf Schlupflöcher

International:  Gemäss einer Umfrage beginnt schon mehr als die Hälfte der Unternehmen damit, ihre Strukturen anzupassen.

Reuters

Die von den führenden Industrie- und Schwellenländern entwickelten strengeren Besteuerungsregeln für transnationale Konzerne zwingen die Unternehmen schon vor ihrer Umsetzung zu Änderungen.

In einer am Dienstag veröffentlichten Reuters-Umfrage unter 180 Unternehmen in 35 Ländern gaben 59% an, ihre Strukturen bereits an die Vorgaben anzupassen. Die Finanzminister der G20-Länder wollen den von der Industrieländerorganisation OECD erarbeiteten Aktionsplan gegen legale Steueroptimierung der Konzerne am Mittwoch in der peruanischen Hauptstadt Lima verabschieden. Bis die 15 Massnahmen alle in Kraft getreten sind, dürften aber noch einige Jahre vergehen.

Der Aktionsplan soll grenzüberschreitende Steuergestaltungen so eingrenzen, dass die Unternehmen wenigstens einmal auf ihre Gewinne im üblichen Rahmen Steuern zahlen. Damit reagieren die G20 auf die wachsende Zahl von Berichten über Unternehmen, die Unterschiede in den nationalen Steuersystemen ausnutzen, um ihre Gewinne vor dem Fiskus zu verschleiern. Der G20-Initiative haben sich bisher 62 Staaten weltweit angeschlossen.

Mehr als 55% der Befragten gaben an, sie würden ihre Verrechnungspreise anpassen, zu denen sich die Konzernteile gegenseitig Leistungen in Rechnung stellen. Zwei Drittel gaben an, sie überprüften ihre jetzigen Unternehmensstrukturen. Der Aktionsplan sieht unter anderem vor, dass die Konzerne den Finanzbehörden in den Ländern, in denen sie tätig sind, einen standardisierten Überblick über ihre regionalen Umsätze, Gewinne und Steuerzahlungen geben müssen.

Die OECD schätzt, dass durch die Steueroptimierung der Konzerne Staatskassen weltweit bis zu 240 Mrd. $ im Jahr verloren gehen – das wären 10% aller von Unternehmen gezahlten Körperschaftsteuern.
(Reuters)

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