Märkte / Rohstoffe

Ölstaaten verhandeln über Kürzungen

Die Gruppe Opec+will am Wochenende über eine Verlängerung der krisenbedingten Produktionskürzungen beraten.

(Reuters) Die grossen Ölförderländer wollen am Samstag über eine Verlängerung ihrer krisenbedingten Produktionskürzungen beraten. Das verlautete am Freitag aus dem Kreis der Gruppe Opec+, der neben den Mitgliedern des Ölkartells auch andere Staaten mit Russland an der Spitze angehören. Demnach soll zugleich der Druck erhöht werden auf Länder wie den Irak und Nigeria, sich stärker an die vereinbarten Drosselungen zu halten.

Hintergrund ist der Ölpreiseinbruch im Zuge der Corona-Krise. Die Organisation Erdöl produzierender Staaten (Opec) und die anderen Länder hatten sich im April darauf verständigt, die Öl-Versorgung um 9,7 Mio. Barrel pro Tag zu reduzieren. Die Vereinbarung gilt bislang für Mai und Juni und soll nun verlängert werden.

Das Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien und Russland haben bereits eine Ausweitung bis Ende Juli abgesprochen, wie es in Opec+-Kreisen hieß. Nach dem Willen der Saudis solle die Frist sogar bis Ende August laufen. Bedingung für die Verlängerung sei allerdings ein Entgegenkommen der Länder, die bislang mehr Öl fördern als verabredet. Sie sollen die Überproduktion durch eine verstärkte Drosselung in den kommenden Monaten ausgleichen, wie Opec-Insider sagten.

Am Rohölmarkt stieg der Preis der führenden Nordseesorte Brent (Brent 43.24 1.98%) auf 41 $ je Barrel. Zuletzt war er unter Druck geraten, weil der Zeitpunkt des Opec+-Treffens unklar war. Im April war Brent unter 20 $ gerutscht.

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