Märkte / Rohstoffe

Ölpreis auf Sechsmonatshoch

Wegen der Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran werden weitere Angebotsausfälle befürchtet.

(Reuters/PR) Die Rohölpreise sind nach den Osterfeiertagen auf den höchsten Stand seit Oktober gestiegen. Ein Fass der europäischen Sorte Brent (Brent 63.46 1.5%) kostet unterdessen über 74 $. Kontrakte auf die US-Rohölsorte WTI (WTI 56.24 0.99%) werden zu 66 $ gehandelt. Seit Januar ist der Brent-Preis um mehr als ein Drittel gestiegen, WTI sogar um über 40%.

Am Markt wird eine weitere Angebotsverknappung befürchtet. Grund ist die Ankündigung der USA, im Zusammenhang mit den Sanktionen gegen den Iran alle Ausnahmeregelungen zu streichen. Die iranischen Revolutionsgarden haben ihre Drohung erneuert, die für den Öltransport wichtige Strasse von Hormus zu blockieren. Wegen Lieferausfällen in den Krisenländern Venezuela und Libyen ist die Lage am Ölmarkt ohnehin angespannt.

Saudi-Arabien soll iranisches Öl ersetzen

US-Aussenminister Mike Pompeo sagte am Montag, es werde keine Gnadenfrist mehr geben. Die bisherigen Ausnahmen endeten am 1. Mai. Von ihnen profitieren bislang neben China, Japan und Indien auch Südkorea, Taiwan, die Türkei, Italien und Griechenland. Pompeo bekräftigte, Ziel sei es, die iranischen Ölexporte auf null zu drücken.

Seit die USA wieder Sanktionen gegen den Iran verhängt haben, sind die Ölausfuhren des Landes von mehr als 2,5 Mio. Fass pro Tag bereits unter 1 Mio. gefallen. Die Ölgeschäfte sind die Haupteinnahmequelle der Regierung in Teheran.

Die US-Regierung betonte, zusammen mit Verbündeten wie Saudi-Arabien dafür zu sorgen, dass es auf dem Ölmarkt ein ausreichendes Angebot gibt. Saudi-Arabien teilte mit, für Stabilität auf dem Ölmarkt einzutreten und die Preisentwicklung jetzt genau zu beobachten. Das Königreich werde sich mit anderen Förderländern abstimmen, um für ausreichend Öl zu sorgen, so Energieminister Chalid al-Falih.

China wehrt sich

Die Daten zu den Fördermengen bis und mit März zeigen, dass Saudi-Arabien seit November die Produktion um über 1 Mio. Fass pro Tag auf 9,8 Mio. gekürzt hat. Insgesamt ist die Produktion der Opec-Staaten von 33,1 auf 30,3 Mio. Fass pro Tag gefallen.

Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums sagte, die Volksrepublik trete gegen US-Sanktionen gegen den Iran ein. Die chinesische Zusammenarbeit mit dem Iran verstosse gegen keine Gesetze.

US-Präsident Donald Trump will maximalen wirtschaftlichen Druck auf den Iran ausüben. Er hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran von 2015 im vergangenen Jahr aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Trump will die Regierung in Teheran zu Neuverhandlungen über einen wesentlich strengeren Vertrag zwingen. Die EU will dagegen an dem Atomabkommen festhalten, das auch von Deutschland mit ausgehandelt wurde.

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