Märkte / Rohstoffe

Ölpreis nur noch knapp unter 60 $

Nordseeöl der Sorte Brent hat sich erneut stark verteuert. Ein Fass kostet so viel wie seit Herbst 2015 nicht mehr.

Der Optimismus am Ölmarkt ist ungebrochen. Am Montagabend ist der Preis für ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent (Brent 73.747 0.95%) zwischenzeitlich über 59 $ gestiegen. Das ist der höchste Stand seit Herbst 2015. Die Hoffnung auf ein anhaltendes Ölunterangebot hat der Notierung zu einem Plus von 4 $ je Fass im Vergleich zur Vorwoche verholfen.

Zwischen Mai und August ist die Nachfrage nach Rohöl in Europa gemäss der Internationalen Energieagentur (IEA) unerwartet hoch ausgefallen. Wegen der Förderbeschränkung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) resultierte im zweiten und im dritten Quartal erstmals seit Anfang 2014 global betrachtet ein leichtes Angebotsdefizit.

Vertreter der Opec zeigten sich am vergangenen Freitag beim Treffen des Ölkartells in Wien bereit, die Massnahmen aufrechtzuerhalten. Sie äusserten sich optimistisch für die weitere Entwicklung des Rohölpreises in den kommenden Monaten.

Zusätzlich Auftrieb erhielt der Brent-Preis von den Drohungen der türkischen Regierung, keine Rohöllieferungen aus dem kurdischen Teil des Iraks durch die Türkei zu lassen, wie die Nachrichtenagentur AWP schreibt. Trotz scharfer internationaler Kritik haben die Kurden im Nordirak in einem historischen Referendum über ihre Unabhängigkeit abgestimmt. Die Türkei lehnt die Unabhängigkeit ab, da sie eine Destabilisierung der Region befürchtet. In der Türkei leben viele Kurden.

Angesichts des sinkenden Bestands insbesondere in Europa rückt die Marke von 60 $ je Fass Brent-Öl in Reichweite. Für ein nachhaltiges neues Ölmarktgleichgewicht ist aber mindestens eine Verlängerung der derzeit geltenden Opec-Förderquoten über den kommenden März hinaus notwendig. Diese Massnahme dürfte an der nächsten Opec-Sitzung Ende November oder im Januar diskutiert werden.

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