Märkte / Anleihen

Österreich will hundertjährige Anleihe platzieren

Österreich will sich mit einer Jahrhundert-Anleihe an den Kapitalmarkt wagen. Das EU-Land will damit mindestens 1 Mrd. € einsammeln.

(Reuters) Österreich will über eine hundertjährige Anleihe mindestens 1 Mrd. € bei Investoren einsammeln. Es wäre das erste Wertpapier in der Eurozone dieser Art. Bislang gab es nur privat platzierte und deutlich kleinere Anleihen mit solch einer langen Laufzeit. «Die Transaktion ist besonders spannend, weil es so etwas noch nie gegeben hat», sagte ein Banker, der die Emission vorbereite, am Dienstag zu Reuters. «Bis die Anleihe ausläuft, werden wir alle schon lange tot sein.»

Österreich will die Jahrhundert-Anleihe öffentlich am Kapitalmarkt platzieren und lässt sich dabei von den Banken Merrill Lynch, Erste Group, Goldman Sachs (GS 231.02 -0.18%), Societe Generale und NatWest helfen. Den Investmentbankern zufolge gibt es Interessensbekundungen von mehr als 6 Mrd. € für das Papier, das der österreichischen Finanzagentur zufolge «Benchmark»-Grösse haben soll. Anleihen mit dieser Bezeichnung haben in der Regel mindestens ein Volumen von 1 Mrd. €. Ersten Indikationen zufolge wird die Anleihe eine Rendite von rund 2,1% haben. Wann konkret das Papier an den Markt kommen soll, steht noch nicht fest.

Österreich hat bereits zuvor ultralange Anleihen am Markt platziert. Im Jahr 2012 hat Österreich gemäss Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) eine fünfzigjährige Anleihe begeben (3,5 Mrd. €, 3,8% Coupon) und im Jahr 2016 eine siebzigjährige Anleihe (2,5 Mrd. € / 1,5% Coupon). Die durchschnittliche Restlaufzeit beträgt vor dem hundertjährigen Bond 8,7 Jahren.

Irland und Belgien haben bereits Bonds mit einer Laufzeit von 100 Jahren platziert, jedoch nur bei ausgewählten Investoren und mit Volumen von 50 bis 100 Mio. €.

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