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Österreichs Kanzler tritt zurück

Der österreichische Kanzler Werner Faymann hat unter dem Druck der Flüchtlingskrise den Rücktritt eingereicht. Als Reaktion darauf fällt die Börse in Wien ins Minus.

(Reuters) Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann ist nach monatelangem Ringen um den Kurs seiner Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) in der Flüchtlingskrise zurückgetreten. Er werde auch den SPÖ-Vorsitz aufgeben, sagte er am Montag nach einer Sitzung mit Landes-Chefs seiner Partei. Die SPÖ hatte bei der Bundespräsidentenwahl im April eine Niederlage erlitten, als der Kandidat der rechtsgerichteten FPÖ die meisten Stimmen erhielt und der SPÖ-Kandidat weit abgeschlagen wurde. Die Börse in Wien gab nach der Nachricht ihre Gewinne weitgehend ab.

Faymann, der in einer Koalition mit der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) regierte, hatte in der Flüchtlingskrise eine Kehrtwende gemacht und die Grenzen des Landes weitgehend geschlossen. Er stellte sich damit in eine Linie mit den Balkanstaaten, was auch zu Verstimmungen mit der Bundesregierung führte. Faymann stand auf der einen Seite unter Druck von Seiten der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), die gegen die massenhafte Einwanderung Front machte. Auf der anderen Seite wurde Faymann aber auch innerhalb seiner Partei vom linken Flügel kritisiert. Besonders umstritten war, welche Formen der Zusammenarbeit mit der FPÖ es geben solle.

Der 56-Jährige hatte sein Amt als Bundeskanzler 2008 angetreten. In dem Jahr wurde er auch zum SPÖ-Vorsitzenden gewählt.

Leser-Kommentare

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Priska Gross 12.05.2016 - 14:10

Dieser Rücktritt ist hoffentlich der Beginn einer Entwicklung in Richtung Vernunft, Verstand und verantwortungsvoller Politik. Merkel, Sommaruga und Konsorten: Zur Nachahmung empfohlen!