«Cup and saucer» nennen die Einheimischen auf Guernsey diese Befestigung, Tasse und Untertasse. Offiziell heisst sie Fort Grey. Kleine Wehrtürme dieser Art – Martello Towers, der Name leitet sich von einem korsischen Vorbild ab – säumen die Küsten des alten britischen Empire. Erbaut wurden sie zu Zeiten, als vom Festland her napoleonische Gefrässigkeit drohte. So eben auch auf den Kanalinseln, den Bailiwicks Jersey und Guernsey. Diese sind in Kronbesitz. Königin Elisabeth trägt auch den Titel Duke of Normandy (nicht Duchess, notabene). Die beiden Vogteien verwalten sich weitgehend selbst. Vor allem: Sie gehören weder zum Vereinigten Königreich noch zur Europäischen Union –  Brexit ist dort also kein Thema (all das gilt auch für die Insel Man in der Irischen See). Unterbrochen wurde die Selbstgenügsamkeit übrigens bloss während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg. Der französische Belletristik-Übervater Victor Hugo, der von 1855 bis 1870 auf Guernsey im Exil lebte, schwärmte vom «rocher d’hospitalité et de liberté». In der Tat bieten die Inseln Gastfreundschaft und Freiheit, für Fremde und für fremdes Geld. Das Klima vor der normannischen Küste ist eben milde, meteorologisch und, mehr noch, fiskalisch. (Bild: Keystone)