Zum Thema: Strompreise beeinflussen nicht nur den Zählerstand

Ohne Speicher geht es nicht

Um auch in Zukunft ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Strom herstellen zu können, braucht es mehr Möglichkeiten, Energie kurz- oder langfristig zu speichern.

Die Elektrizität wird von der Quelle oder aus dem Stromnetz geladen und kann später wieder in das Netz eingespeist werden. Ein Teil der Energie geht dabei verloren, abhängig vom Wirkungsgrad.

Der Bedarf nach Energiespeichern ist nicht nur in den Industrieländern gross. In Regionen, in denen Menschen ohne Zugang zu Strom leben, stellt die Kombination von dezentralen Energiequellen und Batterien eine netzunabhängige Lösung dar. Die erforderliche Kapazität an Speichern dürfte sich nach Schätzungen der IEA weltweit bis 2050 auf 305 Gigawatt verdoppeln.

Die Methoden variieren einerseits bezüglich der Energiemenge – die vom Wattbereich bis in eine Grössenordnung von mehreren hundert Megawatt reichen kann – und andererseits hinsichtlich der Lade- bzw. Entladezeit – ein Augenblick, Minuten oder Monate. Die European Association for Storage of Energy unterscheidet zwischen chemischen, elektrischen, elektrochemischen, mechanischen und thermischen Speichern. Zu den Mitgliedern des Verbands gehören Branchengrössen wie ABB, Alstom, Siemens, EDF, Eon und RWE, Dong Energy und Bosch, aber auch vergleichsweise junge Unternehmen wie Kolibri Power Systems oder Isentropic.

Der Forschung kommt eine wichtige Rolle bei der Suche nach kostengünstigen Speicherlösungen zu. Noch tummeln sich zahlreiche Anbieter in dem Segment, bis zur Marktreife der Lösungen ist eine Konsolidierung zu ­erwarten. Ein Hoffnungsträger ist die Power-to-Gas-Technologie. Überschüssiger Strom wird als chemische Energie in Form von Wasserstoff zwischengespeichert. Er wird in das Gasnetz eingespeist und kann in Strom oder Wärme gewandelt werden. Die Lithium-Ionen-Technologie soll in Elektrofahrzeugen und stationären Batterien wichtige Dienste leisten. An Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit wird noch gearbeitet. Doch auch die Rentabilität bewährter Methoden steht heute auf dem Prüfstand, was an den Verwerfungen im Stromgrosshandel liegt. Betroffen sind Schweizer Pumpspeicherkraftwerke, die Elektrizität mechanisch bereithalten können.

 

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