Unternehmen / Ausland

Ölsande nicht zu verkaufen

Kanada hat für ausländische Investitionen in kanadische Unternehmen neue Richtlinien geschaffen. Übernahmen im Bereich der Ölsande sollen nur noch unter «aussergewöhnlichen» Umständen möglich sein.

Kanada will den Einfluss ausländischer Staaten auf seine Wirtschaft via von ihnen kontrollierte Unternehmen in Grenzen halten. «Wenn wir sagen, Kanadas Wirtschaft sei offen, meinen wir nicht, Kanada stehe zum Verkauf an ausländische Regierungen.» Das erklärte Premierminister Stephen Harper am vergangenen Freitagabend vor Journalisten, als er bekanntgab, der staatsnahe chinesisches Öl- und Gaskonzern CNOOC dürfe den kanadischen Branchennachbarn Nexen übernehmen, und die staatseigene malaysische Energiegesellschaft Petronas habe grünes Licht für den Kauf des kanadischen Gasförderers Progress Energy Resources erhalten.

Harper fügte an, die Bewilligungen seien nicht der Anfang eines Trends, sondern sein Ende. «Die Kanadier haben nicht Jahre damit verbracht, den Einfluss ihrer eigenen Regierungen auf das Eigentum in den Wirtschaftssektoren zu reduzieren, nur um zu sehen, dass dieses jetzt von ausländischen Regierungen gekauft und kontrolliert wird.» Speziell hob der Premierminister den für Kanada strategisch wichtigen Ölsandbereich hervor: «Der Einfluss auf die Entwicklung der Ölsande durch ausländische Staaten hat einen Punkt erreicht, an dem eine weitere Kon­trolle durch ausländische Staaten nicht mehr im Nettointeresse Kanadas ist.» Die Ölsandvorkommen von insgesamt 170 Mrd. Fass machen Kanada zum gemessen an den Reserven drittgrössten Ölstaat nach Saudi-Arabien und Venezuela.

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