Nächsten Freitag geht’s los: In Peking werden die Olympischen Winterspiele eröffnet. Die Sommerspiele hatte Chinas Hauptstadt bereits 2008. Die Botschaft: Ein «Player» meldet sich zurück auf der Weltbühne, nicht irgendeiner, sondern der grösste aller Zeiten. Die Kosten für die bevorstehenden Spiele sollen insgesamt 3,9 Mrd. $ betragen, für China ein Klacks. Ob dieser Betrag allerdings die Wirklichkeit angemessen wiedergibt? Die Abrechnungen für die Veranstaltung Olympischer Spiele sind intransparent. Die hier dargestellten Zahlen sind notgedrungen teils geschätzt, doch in der Grössenordnung plausibel. Dass die Kosten von der Bewerbung bis nach der Schlussfeier (heuer am 22. Februar) aus dem ­Ruder laufen, ist üblich. Die Spiele in Tokio im vergangenen Sommer waren 2013 noch mit 7,3 Mrd. $ zur Kandidatur vorgelegt worden. Ende 2019 waren die Kosten auf 12,6 Mrd. $ gestiegen, die Covid-bedingte Verschiebung um ein Jahr verursachte Zusatzaufwand von rund 3 Mrd. $. Der japanische Rechnungshof sprach später von 22 Mrd. $ Gesamt­aufwand, die Finanzblätter «Nikkei» und «Asahi» schätzen ­jedoch 28 Mrd. $. Die Spiele in Rio de Janeiro schlossen 350% teurer als budgetiert, diejenigen in London gegen 80%, Wladimir Putins Gala in Sotschi kam 290% teurer zu stehen als im Voranschlag. Damals beschränkte sich die russische Bewaffnung noch auf ein paar Flinten in der Disziplin Biathlon.