Getestet

OnePlus 7 Pro

Genau 206 Gramm, so viel wiegt das Smartphone namens 7 Pro des chinesischen Herstellers OnePlus; das P30 Pro des ärgsten Rivalen Huawei wiegt nur 192 Gramm – 14 Gramm weniger –, und doch fühlt sich das 7 Pro um einiges wuchtiger an. Das war es dann auch schon fast mit der Kritik: Das Flaggschiff von OnePlus überzeugt mit interessanten Details und ist eine Alternative zu den Angeboten von Apple, Samsung oder eben Huawei. Dafür verlangen die Chinesen ihren Preis.

OnePlus wurde erst vor sechs Jahren gegründet. Mit Hauptsitz in Shenzhen gehört der Anbieter zum chinesischen Unterhaltungselektronikkonzern BBK Electronics, unter dessen Dach auch Oppo oder Vivo produzieren. BBK gilt mit ihren Marken als einer der weltweit grössten Smartphone-Hersteller. Zu Huawei steht OnePlus nicht nur in Konkurrenz. Man nutzt auch gemeinsame Technologien und Vertriebswege.

Bislang hatte OnePlus nie mehr als zwei Geräte auf dem Markt. Nun bringt der Hersteller mit dem OnePlus 7 und dem 7 Pro gleich zwei Varianten. Die Besonderheit des 7 Pro ist zweifelsohne das Display: Es nimmt die Front des Geräts ein, keine Aussparung für Sensoren stört. Dank OLED-Technik und sehr hoher Auflösung von 3120×1440 Pixeln ist die Darstellung lebendig und gestochen scharf. Damit das 7 Pro neben dem Fingerabdrucksensor im Bildschirm dennoch via Gesichtserkennung entsperrt werden kann, fährt die Kamera auf der Vorderseite im Bruchteil einer Sekunde aus dem Gehäuse und anschliessend sofort ein.

Die Dreilinsenkamera auf der Rückseite macht sehr gute Bilder, reicht aber nicht an Huawei heran. Eine Flüssigkeitskühlung holt das letzte bisschen Leistung aus den Rechen- und den Grafikchips des Geräts. Stereo-Lautsprecher machen Spass, zum Beispiel beim Gamen oder beim Videogucken. Der 4000-mAh-Akku hält problemlos einen Tag und lässt sich in nur einer Stunde von 0 auf 100% laden.

Das OnePlus 7 Pro wird vom Display dominiert und von den starken Chips. Wer mehr Wert auf die Kameraqualität oder den Datenschutz legt, wird mit den Flaggschiffgeräten von Samsung beziehungsweise Apple wohl glücklicher. Doch das ist angesichts eines wettbewerbsfähigen Preises ab 700 Fr. nun wirklich Jammern auf einem hohen Niveau.

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