Getestet

Onyx Boox Poke 3

Endlich Sommer, Zeit für die Badi und ein gutes Buch. Wer das in der prallen Sonne auf dem Handy lesen will, hat auch im Jahr 2021 wenig Spass. Um die E-Ink-Technologie dagegen, die Bücher wie auf elektronischem Papier darstellt, ist es ruhig geworden. Zu Unrecht, wie ein Blick auf den E-Book-Reader Poke 3 von Onyx zeigt. Dank offenem Betriebssystem laufen alle möglichen Lese-Apps auf dem Gerät.

Wer sich einen E-Reader holt, kauft sich in der Regel auch den Zugang zu einer Bibliothek. Besonders extrem fällt diese Beschränkung bei Amazon aus. Obschon der Kunde problemlos mehr als 200 Fr. für ein Kindle-Lesegerät auf den Tisch legen kann, darf er die Bücher anschliessend dennoch nur im Amazon-Shop ­erwerben. Bei anderen beliebten Readern wie den Tolino- oder den Rakuten-Kobo-Geräten ist die Bindung nicht so stark, aber immer noch vorhanden. Ganz anders der Onyx Boox Poke 3.

Im Prinzip handelt es sich bei diesem E-Reader um ein Android-Tablet mit der noch aktuellen Softwareversion 10 des Betriebssystems. Statt einem Farb-Display besitzt der Poke 3 einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit ­E-Ink-Technologie, der wenig Strom braucht und sich bei Tageslicht kaum von gedrucktem Papier unterscheidet. Abends lässt sich das Licht einschalten mit Möglichkeit, die Farb­temperatur zu regeln. Mit 150 Gramm wiegt der Poke 3 weniger als die meisten Bücher. Via Bluetooth verbinden sich drahtlose Kopfhörer.

Im Äusseren unterscheidet sich das Onyx-Gerät kaum von der Konkurrenz. Seine Stärke liegt in der Offenheit des Systems. Ist der Google Play Store erst einmal aktiviert, lassen sich alle möglichen Apps auf das Gerät laden – im Prinzip sogar zum Schauen von Filmen. Was wegen des trägen, monochromen Displays nicht viel Freude bereitet. Das Schönste: Mit 150 Fr. kostet das Gerät nicht viel mehr als eines der Kon­kurrenz – bietet ­dafür aber ­unendlich mehr Möglichkeiten für ­Freiheitsliebende.

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