Märkte / Rohstoffe

Opec-Entscheid belastet Ölpreis

Das Kartell beschliesst eine leichte Erhöhung der Fördermenge. Das lässt den Preis für ein Fass Öl näher an die 40-$-Marke sinken.

(AWP) Nach zuletzt deutlichen Gewinnen sind die Ölpreise am Donnerstag gesunken. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wurden die Preise unter anderem durch die Ankündigung des Verbunds Opec+ belastet, die Tagesförderung ab August um etwa 2 Mio. Barrel anzuheben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 40.56 0.25%) 43.47 $. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 38.72 0.34%)) fiel um 42 Cent auf 40.78 $.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die in der Opec+ zusammengefassten Staaten der Opec und anderer Förderländer darunter Russland eine zuvor beschlossene Drosselung der Fördermenge ein Stück weit zurücknehmen. In der Coronakrise hatten die Staaten der Opec+ ihre Produktion stärker heruntergefahren, weil die Ölnachfrage erheblich zurückgegangen war.

Eine unerwartet kräftige konjunkturelle Erholung in China konnte den Ölpreisen am Morgen keinen Auftrieb verleihen. In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt war die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 3,2% im Jahresvergleich gestiegen, während Analysten nur einen Zuwachs um 2,4% erwartet hatten (mehr dazu hier). Allerdings verwiesen Marktbeobachter auf Meldungen, wonach Chinas Ölkäufe auf dem Weltmarkt zuletzt in Stocken geraten seien. Nachdem die Ölimporte im Juni noch stark gewesen waren, habe sich das Kaufinteresse in den vergangenen Wochen spürbar abgeschwächt.