Meinungen

Optimismus

Schweizer Aktien haben für 2021 bessere Voraussetzungen als der US-Markt. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Die Prognose: Der SMI wird das Jahr 10% höher beenden.»

Neues Jahr, neues Glück. Wer sich am Silvesterabend zugeprostet und mit voller Überzeugung ein viel besseres Jahr 2021 begrüsst hat, dem sei gewünscht, dass es auch so kommen wird. Reduziert auf die Aktienmärkte ist das sicher eine optimistische Sichtweise, zumindest wenn man sich die Performance 2020 des S&P-500-Index von annähernd 20% vergegenwärtigt.

Wie wird das Anlagejahr 2021? Die kurze Antwort: Es wird kein schlechtes Jahr. Doch wer zu grosse Sprünge erwartet, dürfte enttäuscht werden. Für US-­Aktien ist die Luft mittlerweile dünn. Der Markt hat viel Positives vorweggenommen, und die Bewertungen sind hoch. Dazu kommt, dass die Zinsen in den USA klettern werden. Eine Korrektur würde nicht überraschen.

Besser sind die Aussichten für Europa und damit auch für die Schweiz. Für den Swiss Market Index war 2020 im Endeffekt ein Nullsummenspiel. Die Aktien haben hierzulande noch nicht so viel vorweggenommen wie in den USA. Wir stehen am Anfang eines ­Zyklus. Die Rezession scheint hinter uns. Jetzt kommt die Erholung der Wirtschaft. Im Moment wird die ­Wirtschaft repariert, was historisch gesehen oft ein guter Moment zum Einstieg ist. Das dürfte zyklische Aktien begünstigen und den Aufwärtstrend in Tech-Titeln etwas bremsen. Auch das spricht für Schweizer Valoren. Die Prognose: Der SMI (SMI 10'522.22 -1.28%) wird das Jahr 10% höher beenden.

Weiter gilt der Mangel an Alternativen zu Aktien, die Inflation bleibt niedrig, der Dollar wird tendenziell schwächer, und es gibt auch für 2021 einige interessante Wetten. Was sich nicht ändert: Anleger kaufen eine Story und sind bereit, für Rendite höheres Risiko einzugehen.

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