Unternehmen / Immobilien

Orascom bleibt von der Krise belastet

Der Immobilienentwickler und Hotelbetreiber weist einen markanten Umsatzrückgang nach neun Monaten aus. Operativ bleibt immerhin ein Gewinn.

(AWP/GA) Der Immobilienentwickler und Hotelbetreiber Orascom (ODHN 9.20 +3.14%) (ODH) hat in den ersten neun Monaten deutlich weniger Umsatz erzielt. Während Hotelschliessungen und Reisebeschränkungen wegen der Coronakrise das Geschäft stark belasteten, hielten sich die Immobilienverkäufe etwas besser. Operativ verblieb die Gruppe zwar in der Gewinnzone, weitete aber unter dem Strich den Verlust aus.

Der Umsatz der Gruppe ging in den ersten neunMonaten 20% auf 260 Mio. Fr. zurück, wie die Gesellschaft des ägyptischen Investors Samih Sawiris am Montag mitteilte. Der bereinigte Betriebsgewinn reduzierte sich um 29% auf 40,5 Mio. Fr., und unter dem Strich verblieb ein Verlust von 26,6 Mio. Fr. nach einem Fehlbetrag von 7,9 Mio. Fr. in der Vorjahresperiode.

Umsatzeinbruch bei Hotels

Bei den Hotels brach der Umsatz um mehr als 60% auf 48 Mio. Fr. ein. Per Ende September seien rund 47% der insgesamt 7150 Hotelzimmer nach den Schliessungen wieder in Betrieb gewesen. Bis sich der internationale Reiseverkehr erholt, werden weiterhin Kosten eingespart und die Ausrichtung auf die lokale Nachfrage gestärkt.

Etwas besser lief es Orascom in der Immobiliensparte: So gaben die Nettoverkäufe seit Anfang Jahr nur um 10% auf 150 Mio. Fr. nach. Dank Landverkäufen in El Gouna und für das O-West-Projekt in Kairo habe sich der krisenbedingte Rückgang in Grenzen gehalten, heisst es. Den zurückgestellten Verkaufsumsatz – also Einnahmen, die bis 2024 umsatzwirksam werden – beziffert das Unternehmen auf 704 Mio. Fr., was einer Steigerung um 24% im Vergleich zum Vorjahr gentspricht.

Das Segment «Town-Management», das Dienstleistungen an den verschiedenen Destinationen umfasst, trug 34 Mio. Fr. zum Umsatz bei. Dies sind 6,3% weniger als in der Vorjahrespersiode. Orascom führt dies auf die Absage verschiedener Veranstaltungen an allen Reisezielen zurück.

Weiterhin kein Ausblick

Einen Ausblick auf das laufende Jahr gibt die Gruppe wegen der anhaltenden Unsicherheit weiterhin nicht. Im Hotelgeschäft rechnet OCH nicht mit einer raschen Rückkehr zur Normalität. Die künftige Entwicklung hänge stark von den Trends im internationalen Tourismus und bei den Reisebeschränkungen ab, sagte der seit dem 1. September amtierende CEO Omar El Hamamsy an einer Telefonkonferenz.  Der Fokus liege derzeit auf dem lokalen Tourismus und einer strengen Kostenkontrolle.

Weiterhin positiv sei der Trend dagegen bei den Immobilienverkäufen. «Besonders in Ägypten sowie in Jebal Sifah in Oman beobachten wir eine anhaltend starke Nachfrage», so El Hamamsy. Bei den Bauarbeiten habe man mittlerweile die coronabedingten Verzögerungen durch die Schliessungen der Baustellen wieder aufgeholt.

Zuversichtlich stimmt den neuen CEO auch der gestiegene Cashbestand nach neun Monaten, der mit 198 Mio. Fr. um 6% über dem Niveau von Anfang Jahr liegt. El Hamamsy sieht das Unternehmen damit «gut aufgestellt». Auch sollen die laufenden Verhandlungen mit den Banken zur Restrukturierung der Schulden «bald» abgeschlossen sein. ODH verspricht sich davon mehr Flexibilität und niedrigere Finanzierungskosten. Das Unternehme könne gestärkt aus der Krise herauskommen.

Die Orascom-Aktien verloren an der Börse am Montag in einem festeren Gesamtmarkt knapp 1%. Seit Anfang Jahr liegen sie fast 40% im Minus. Für ein Engagement sind die Titel wegen der anhaltend grossen Unsicherheit weiterhin zu riskant.

 

 

 

 

 

Die komplette Historie zu Orascom finden Sie hier.»

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