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Orascom profitiert vom Immobiliengeschäft

Die Gruppe kehrt in die schwarzen Zahlen zurück. Nach Minderheiten bleibt ein Verlust. Der Hotelbereich erholt sich.

(AWP/GA) Der Immobilienentwickler Orascom Development (ODH) hat im Geschäftjahr 2021 den Umsatz dank einer hohen Nachfrage nach Immobilien deutlich gesteigert. Auch die Hotels waren im Vergleich zum Vorjahr wieder besser ausgelastet.

Der Umsatz der Gruppe stieg im vergangenen Jahr 40% auf 539 Mio. Fr., wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die operative Ebitda-Marge erreichte einen Wert von 24,3% nach 17,5% im Vorjahr. Erstmals seit 2014 schrieb ODH wieder schwarze Zahlen mit einem Gewinn von 9,5 Mio. Fr. Nach Abzug der Minderheiten verblieb jedoch  ein Verlust von 5,7 Mio. Fr. (nach 33,6 Mio. Fr. Verlust im Vorjahr). Die verbesserte Leistung der assoziierten Unternehmen wurde hauptsächlich durch die Beteiligung in Andermatt getrieben.

Immobiliensegment als Zugpferd

Treiber der starken Entwicklung war in erster Linie die Immobiliensparte. Dort stiegen die Erträge 56% auf 381 Mio. Fr. und erreichten damit ein Rekordniveau. Mehr Häuser und Wohnungen wurden besonders an der Flagship-Destination El Gouna in Ägypten, im Erstwohnungs-Projekt O West in Kairo und an der Destination Lustica Bay in Montenegro verkauft.

Die positiven Trends hätten auch im laufenden Jahr angehalten, so die Meldung. Den zurückgestellten Verkaufsumsatz – also Einnahmen, die bis 2026 umsatzwirksam werden – beziffert Orascom auf 775 Mio. Fr. Das sind 44% mehr als im Vorjahr.

Hotels auf Erholungskurs

Eine Erholungstendenz zeigte sich vor allem gegen Jahresende im Hotelgeschäft. Im Vergleich zum stark von der Coronakrise belasteten Vorjahr stiegen die Erträge hier 40% auf 87 Mio. Fr. an. Das Vorkrisenniveau von 2019 mit einem Umsatz von 169 Mio. Fr. liegt damit aber immer noch in weiter Ferne.

Das Segment «Town-Management», das Dienstleistungen an den verschiedenen Destinationen umfasst, trug 70 Mio. Fr. zum Umsatz bei. Dies sind rund 41% mehr als im Vorjahr.

Die Andermatt Swiss Alps (ASA), an der ODH weiterhin 49% hält, verzeichnete im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung um 30% auf 201,1 Mio. Fr. Der Ebitda verbesserte sich von rund 5 auf 25,3 Mio. Fr. Der Verlust der Einheit nahm von 24,4 auf 8 Mio. Fr. ab. Am Montag wurde bekannt, dass die ASA-Tochter, die Bergbahnen Andermatt Sedrun, eine neue Mehrheitsaktionärin hat. Eingestiegen ist die US-Gesellschaft Vail Resorts.

Keinen Ausblick

Wegen der geopolitischen Unsicherheiten verzichtet die Gruppe auf einen Ausblick auf das laufende Jahr. Das Hotelgeschäft werde aber weiter von den Lockerungen der Reisebeschränkungen profitieren und der Bau von Immobilien soll weiter beschleunigt werden. Um den höheren Kosten für Rohmaterialien zu begegnen, sollen die Verkaufspreise über alle Destinationen hinweg erhöht werden.

Mit einem Cash-Bestand von 219 Mio. Fr. per Ende 2021 (Ende 2020: 196 Mio. Fr.) sieht sich die Gesellschaft für die Zukunft gut aufgestellt. Wie bereits im Dezember angekündigt, kommt es an der kommenden Generalversammlung zu einem Wechsel im Verwaltungratspräsidium.  Samih Sawiris wird das Präsidium und die Aktienmehrheit an seinen Sohn Naguib übergeben.

Die komplette Historie zu Orascom finden Sie hier. »

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