Unternehmen / Konsum

Orior wehrt sich erfolgreich gegen Pandemie

Der Lebensmittelhersteller übertrifft im ersten Halbjahr die Umsatzerwartungen. Das Wachstum kostet aber Marge.

(AWP/GAH) Orior (ORON 85.10 -0.58%) hat im ersten Semester trotz der Coronakrise mehr umgesetzt. Der Umsatz nahm um 2,8% auf 287,4 Mio. Fr. zu, wie der für Marken wie Rapelli oder Biotta bekannte Lebensmittelhersteller am Dienstag mitgeteilt hat. Das organische Wachstum kam gemäss den Angaben bei 0,2% zu liegen. Die Folgen der Pandemie drückten jedoch auf die Profitabilität. Die Aktien notieren am Nachmittag in einem schwachen Markt fester.

Der Lebensmittelhersteller leidet im Food-Service-Kanal und in der Gastronomie unter den europaweiten Massnahmen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus. Die auf Reisegastronomie spezialisierte Tochter Casualfoods sei während des Lockdown faktisch stillgelegt gewesen, schreibt das Unternehmen. Laut Baader Helvea beträgt das Exposure in von Covid-19 stark betroffenen Segmenten wie Reise und Food Service zwischen 25 und 30%.

Wohlwollende Analystenkommentare

Entsprechend positiv überrascht war Analyst Andreas von Arx vom Halbjahresumsatz. Ähnlich schätzt ZKB-Experte Patrik Schwendimann das Ergebnis ein: «Orior meistert die Coronakrise besser als im Frühling befürchtet.» Im Schnitt hatten die Analysten laut der Nachrichtenagentur AWP mit einem Umsatz von 281 Mio. Fr. gerechnet und ein organisches Minus von 3,2% erwartet.

Die Gesellschaft habe rasch auf die Veränderungen durch Covid reagiert, schreibt Vontobel (VONN 74.10 +0.75%). Schon jetzt ist aber klar, dass auch deshalb der operative Gewinn (Ebitda) das Vorjahresniveau nicht erreichen wird. Orior musste das Geschäft in der Krise markant umstellen: Um den Einbruch in der Gastronomie und bei Casualfoods zu kompensieren, wurde das Segment auf die gesteigerte Nachfrage aus dem Detailhandel ausgerichtet. Das habe zusätzliche Kosten verursacht, schreibt das Unternehmen.

Ausblick und Details folgen im August

In den schlecht laufenden Bereichen reagierte der Lebensmittelhersteller mit «rigorosem Kostenmanagement» und Massnahmen wie Kurzarbeit. Wie genau sich die Krise und die Gegenmassnahmen auf die Profitabilität ausgewirkt haben, benennt Orior nicht. Die Gewinnzahlen werden anlässlich der Publikation des detaillierten Halbjahresabschlusses am 19. August bekanntgegeben.

Einen Ausblick auf das Gesamtjahr gibt Orior noch nicht. Umfang und Detaillierungsgrad der Guidance seien noch nicht festgelegt, schreibt sie. Die Gastronomie habe sich in den ersten Wochen nach dem Lockdown besser als erwartet entwickelt. Auch würden die Flugverbindungen seit Juni ebenfalls schrittweise hochgefahren, was dem Geschäft von Casualfoods helfen werde.

Die komplette Historie zu Orior finden Sie hier. »