Unternehmen / Schweiz

Osram etwas optimistischer

Der von AMS übernommene Lichtkonzern Osram wagt eine neue Prognose, die Aktie ist deutlich im Plus.

(AWP) Der angeschlagene Lichtkonzern Osram (OSR 44.1 -0.34%), der von AMS (AMS 18.575 1.61%) übernommen wurde, wagt kurz vor Ende des Geschäftsjahrs 2019/2020 (Ende September) eine neue Prognose und wird wegen zuletzt besser laufender Geschäfte in China und den USA optimistischer.

Demnach rechnet das MDax-Unternehmen nun mit einem vergleichbaren Umsatzrückgang von rund 14% im Vergleich zum Vorjahr, wie Osram am Mittwoch in München mitteilte. Die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei rund 8% liegen. Vor allem die Geschäftsbereiche Automotive und Opto Semiconductors hätten von einer verbesserten Geschäftslage in den Kernmärkten profitiert, hiess es.

Bislang hatte Osram für das laufende Geschäftsjahr mit einem Erlösrückgang von 15 bis 19% gerechnet. Als bereinigte Ergebnismarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) rechnete der Konzern mit 3 bis 6% vom Umsatz. Eine frühere Prognose hatte Osram im März wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen.

AMS-Aktie satt im Plus

Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten gut an. Während die Osram-Aktie rund 1% zulegte, kletterten die an der Schweizer Börse SIX notierten Titel des österreichischen Sensorspezialisten AMS sogar um rund 7%.

Osram gehört seit Anfang Juli mehrheitlich den Österreichern, nachdem die EU-Wettbewerbshüter die milliardenschwere Übernahme gebilligt hatten. AMS strebt einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an, der um das Jahresende herum umgesetzt werden soll.

Gute August

Osram sprach in seiner Mitteilung von einer stärkeren Erholung des Geschäfts in den Sommermonaten, insbesondere im August. Zudem habe die «konsequente Umsetzung von Gegenmassnahmen» in der Covid-19-Pandemie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung von Ergebnis und freiem Barmittelzufluss (Free Cashflow) geleistet, hiess es weiter.

Der Free Cashflow ist vor allem für Investoren und Analysten eine wichtige Kennziffer, da er Aufschluss über die Finanzkraft eines Unternehmens gibt. Ist er negativ, wird quasi Geld verbrannt. Ging Osram bisher von einem negativen Free Cashflow im mittleren zweistelligen bis bis niedrigen dreistelligen Millionenbereich aus, erwartet das Unternehmen nun einen in etwa ausgeglichenen freien Barmittelzufluss.

Aus Sicht von Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan sollte AMS von den besseren Osram-Erwartungen mit Blick auf Ergebnis und Free Cashflow profitieren, da Osram seit dem dritten Quartal der Österreicher in deren Bilanz konsolidiert werde. AMS bleibe daher einer seiner bevorzugten Sektorwerte, betonte der Experte.

Osram leidet unter der Corona-Krise und schrieb zuletzt tiefrote Zahlen. Schon vor der Pandemie hatte der Konzern die anhaltend maue Autokonjunktur deutlich zu spüren bekommen. Beim Apple-Zulieferer AMS, der sich im vergangenen Jahr eine Bieterschlacht um Osram mit US-Finanzinvestoren geliefert hatte, laufen die Geschäfte dagegen deutlich besser.

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