Märkte / Makro

Otmar Issings Zweifel an der neuen EZB-Strategie

Der frühere Chefökonom der Europäischen Zentralbank befürchtet, dass sich das Institut mit dem Engagement gegen den Klimawandel übernimmt.

Mit der Revision der geldpolitischen Strategie setze die Europäische Zentralbank ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel und damit letztlich auch die Stabilität des Euros, warnt Otmar Issing, einer der wichtigsten Gründerväter der EZB in einem Beitrag für die Fachzeitschrift «Central Banking». Issing übt Kritik an dem Kurswechsel, den die Zentralbank des Euroraums Anfang Juli vollzogen hatte.

Vor allem den Entschluss, die Herausforderungen des Klimawandels in die geldpolitische Strategie aufzunehmen, hält der emeritierte Ökonomieprofessor für unausgegoren. Künftig ist der EZB-Rat «fest entschlossen, innerhalb seines Mandats dafür zu sorgen, dass das Eurosystem, im Einklang mit den Klimaschutzzielen der EU, die Implikationen des Klimawandels und des Übergangs zu einer CO2-armen Wirtschaft für die Geldpolitik und das Zentralbankwesen in vollem Umfang berücksichtigt». So hat es die EZB in ihrem neuen Regelwerk festgelegt.

Zielkonflikt wurde übersehen

Issing verweist darauf, dass mit dem Verweis auf das Mandat eine grüne Geldpolitik «quasi-obligatorisch» geworden sei. Allerdings bleiben seiner Meinung nach zahlreiche Aspekte in ihrer Umsetzung ungeklärt. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Philipp Ulrich 12.08.2021 - 17:10

Ich frage mich bloss, woher die EZB die Klimapolitik aus ihrem Mandat herausliest. Stumpfsinn.