Sandboarding heisst: Sand statt Schnee, Düne statt Piste. Wer das erleben will, findet in Swakopmund das Nötige – Skishop, Skilehrer, Namib-Wüste. Auf Sand lässt es sich ganz flott in Schuss kommen; der Guinness-gültige Weltrekord soll gut 92 km/h betragen, aufgestellt von einem Namibier. Dass es zügig abwärtsgeht, erleben viele Einheimische täglich, doch spassfrei. Das einstige Deutsch-Südwestafrika findet seit 2016 nicht aus der Rezession und erleidet ungewohnt lange Dürreperioden. Die Arbeitslosenrate wird auf ein Drittel geschätzt, für die Jugend sogar auf die Hälfte. Die hohe Politik in Windhoek schreckt Investoren mitunter ab, Korruption prägt das gesellschaftliche Klima. Diese Woche sind die gut 1,3 Mio. Wahlberechtigten (das Land ist zwanzigmal so gross wie die Schweiz) aufgerufen, den Präsidenten und das Parlament neu zu bestimmen. Die Wahlen in Namibia gelten zwar als frei und fair, doch ist der Staat faktisch ein «One-Party Dominant System»: Seit der Unabhängigkeit 1989/90 hat die Swapo alles im Griff – eine typische Befreiungsbewegung, die zur Besitz- und Beherrschungsbewegung mutiert ist. Doch das Murren wird lauter, selbst innerhalb der Swapo. Das Machtfundament erweist sich als sandig. (Bild: ImageBROKER/Thomas Dressler/Keystone)