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Panalpina muss 2017 deutlich mehr Gewinn liefern

Dieses Jahr darf der Frachtlogistiker nicht mehr enttäuschen. Sonst wird das Vertrauen der Investoren weiter beeinträchtigt.

Die Marktbedingungen in der Speditionsbranche sind rauer geworden. Seit drei Jahren stagniert das Volumen in der See- und der Luftfracht. Das war 2000 bis 2008 mit Wachstumsraten von 4 bis 8% p. a. anders. Die globalen Warenströme sind ins Stocken geraten.

Daran ist auch der wachsende Protektionismus von Regierungen schuld. Laut dem Kreditversicherer Euler Hermes (ELE 102.6 -0.05%) wurden seit 2014 weltweit 600 bis 700 neue Handelsbarrieren pro Jahr aufgerichtet.

«Schutzmassnahmen für eigene Industrien hat es immer gegeben. Es bleibt nun abzuwarten, inwieweit die USA unter Donald Trump Schutzzölle beschliessen», kommentiert Panalpina-CEO Stefan Karlen. Betroffen scheine vor allem die Autobranche zu sein. «Wir versuchen, die Bereiche Frischwaren und Chemikalien auszubauen. Dort gibt es Wachstum», betont er.

Mangelndes Wachstum

Seit 2008 ist es Panalpina (PWTN 124.1 -1.12%) nur zwei Mal gelungen, leicht zu wachsen. Auch im vergangenen Jahr dürfte der Umsatz geschrumpft sein.

In der Seefracht hat das Unternehmen Marktanteile verloren, während in der Luftfracht, auch dank einer kleineren Akquisition, Fortschritte verbucht wurden. In beiden Geschäftsfeldern stuft sich Panalpina als Nummer vier weltweit ein; Konkurrent Kühne + Nagel (KNIN 169.8 -0.64%) ist Nummer eins (See) und Nummer zwei (Luft). In der Transportlogistikbranche ist es wichtig, unter den fünf Grössten zu sein. Sie werden in der Ausschreibung von Grossaufträgen automatisch zur Offerte eingeladen.

Was die Profitabilität angeht, muss Panalpina 2017 einen klaren Gewinnfortschritt zeigen. Sonst ist nicht nur die Bewertung an der Börse ungerechtfertigt hoch – eine weitere Enttäuschung würde auch das Vertrauen der Investoren in die Unternehmensleitung beeinträchtigen, die mit viel Goodwill gestartet ist. Unterstützung von den Märkten darf Panalpina keine erwarten. Je nach Hang zu Protektionismus der neuen US-Regierung unter Donald Trump könnte sich der Gegenwind sogar noch verstärken.

Bis 2020 strebt Panalpina eine operative Marge von 25% in der Luftfracht und 20% in der Seefracht an. Das ist viel und zugleich wenig. Viel, weil die Profitabilität derzeit vor allem in der Seefracht darunter liegt. Wenig, weil Kühne + Nagel in beiden Sparten mehr als 30% erreicht.

Keine Aktien für Nervenschwache

Zusammen mit (akquisitorischem) Wachstum und sinkenden Abschreibungen für das IT-Projekt könnte der Gewinn von Panalpina, ein Erreichen der Ziele vorausgesetzt, bis in drei Jahren hebelartig zunehmen. Viel wird davon abhängen, wie gut letztlich das neue IT-Programm funktioniert.

Die Panalpina-Aktien sind nichts für Nervenschwache. Der Börsenkurs ist hohen Schwankungen unterworfen. Mit Blick auf 2017 sind die Valoren mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 höher als die von Kühne + Nagel (21) und der dänischen DSV (DSV 440.6 0.02%) (20) bewertet. K+N weisen mit 4,1% die höchste erwartete Dividendenrendite auf; Panalpina werfen 3,3% ab, DSV 0,5%.

Nimmt man die Empfehlungen von Finanzanalysten zum Massstab, rücken DSV in den Vordergrund. Gemäss Bloomberg raten 16 von 25 zum Kauf. Im Fall von K+N sind es 6 von 24, für Panalpina können sich nur 4 von 21 erwärmen. Eine vorsichtige Empfehlung lautet: erst unter 110 Fr. kaufen.

Die komplette Historie zu Panalpina finden Sie hier. »