Die schweizerische Parteienlandschaft hat sich seit der ersten Proporzwahl für den Nationalrat 1919 grundlegend gewandelt. Damals kamen die drei grossen Parteien FDP, CVP und SP auf einen kumulierten Wähleranteil von 73,3%. In der Wahl 2015 waren es noch 46,8%. Die SVP – 1919 noch Juniorpartnerin –  hat ihren Wähleranteil in der betrachteten Zeitspanne dagegen fast verdoppelt und ist zur grössten Partei aufgestiegen. Die Entwicklung verlief nicht linear. Die SVP realisierte jahrelang Wähleranteile von wenig über 10%, in der Wahl von 1991 waren es 11,9%. Die Abstimmung über den EWR von 1992 leitete die Wende ein: Die Partei setzte zu einem rasanten Wachstum an und erreichte 2015 fast 30% Wähleranteil. Der Wandel der Parteienlandschaft wurde auch geprägt durch das Auftauchen der Grünen Partei (GPS). An ihrer ersten Wahlteilnahme 1975 kam sie auf 0,1% der Stimmen. Sie erreichte 2007 einen Höhepunkt mit 9,6% und schrumpfte bis 2015 auf 7,1%. Hinzugekommen sind zudem die Grünliberale (2007) und die Bürgerlich Demokratische Partei (2011). Ihr Wähleranteil blieb bisher gering. Auffällig ist, dass FDP, CVP und SP im Ständerat gemessen an den Wähleranteilen übervertreten sind. Die SVP blieb mit fünf Sitzen 2015 klar zurück. In den Wahlen vom 20. Oktober spricht vieles dafür, dass die Parteienlandschaft weiter wandeln wird: Die grünen Parteien sind im Aufwind.