Mit dem Hut in der Hand kommt man durch das ganze Land – so lautet ein etwas verstaubtes Sprichwort. Mit dem Pass in der Hand kommt man durchs ganze Ausland, liesse es sich holprig reimen. Die Zeiten, in denen ein gültiger Reisepass wieder zum alltäglichen Accessoire wird, sind ja hoffentlich nicht mehr allzu fern. Doch Pass ist nicht gleich Pass. Der kanadische Finanzberater Arton Capital, spezialisiert auf Klientel, die einen Zweitwohnsitz ausserhalb der Heimat und dazu eine zweite, dritte Staatsbürgerschaft sucht, misst die Qualität von Reisepässen in einem «Global Passport Power»-Ranking. Wer möglichst unkomplizierte Mobilität wünscht, ist zum Beispiel mit einem belgischen oder einem französischen Pass gut bedient: Diese Dokumente im EU-Weinrot ­erreichen ein Mobilitäts-Score von 122 – visafreie Einreise in 90 Länder plus Visaerteilung bei Ankunft in 32 weiteren; für weitere 76 Staaten braucht es ein Visum (der Index führt die sich fortwährend ändernden Visumsbestimmungen laufend nach). Der knallrote Schweizer Pass erhält ebenfalls 122 Punkte: ohne Visum 86, Visum bei Ankunft 36. Europäische Pässe sind, wie diese Auswahl zeigt, privilegiert. Amerikanische haben es schon schwerer (86 Punkte; nur 48 visafrei, 38 Visum bei Ankunft). Mit einem irakischen oder einem afghanischen Pass verengt sich das problemlos erreichbare Ausland auf 30 Staaten, davon nur vier bzw. fünf ohne Visum.