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Wie lange die Statue von Jean-Baptiste Colbert (1619–1683) noch vor dem Parlament stehen wird? Der Finanzminister des Sonnenkönigs förderte die französischen Manufakturen, um möglichst viel zu exportieren und möglichst wenig zu importieren: Merkantilismus heisst das. Er begann aber auch mit dem Abfassen des «Code Noir», eines Gesetzes zur Sklavenhaltung in den Überseebesitzungen; es wurde nach Colberts Tod in Kraft gesetzt. Nun werden in Frankreich Stimmen laut, nach Colbert benannte Institutionen seien umzutaufen. Der Bildersturm wütet weitum: In den US-Südstaaten werden konföderierte Generäle demontiert, in Südafrika britische Imperialisten und Apartheid-Premiers; am Agassizhorn im Berner Oberland stört manche, dass es nach dem Neuenburger Naturforscher – und Rassentheoretiker – Louis Agassiz benannt ist. Doch selbst Erlöser der Menschheit sind unsauber. Im Briefwechsel zwischen Karl Marx und Friedrich Engels wird der Sozialistenführer Ferdinand Lassalle als «jüdischer Nigger» beschimpft, Polen habe «keine Existenzberechtigung», und, besonders infam!, die Schweizer seien «dumm». Man verbiete jede Karl-Marx-Allee, jeden Engels-Platz – oder überhaupt die ganze Vergangenheit.