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Märkte / Makro

Passive Indexfonds verzeichnen Rekordzufluss

Im ersten Quartal 2017 haben institutionelle Anleger so viel Geld wie noch nie in ETF investiert. Wo sie die grössten Renditechancen orten.

Nie zuvor ist innerhalb von drei Monaten den kotierten passiven Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) so viel Geld zugeflossen wie im ersten Quartal 2017. Den jüngsten Daten des Analysehauses ETFGI ist zu entnehmen, dass zwischen Januar und März weltweit fast 200 Mrd. $ Neugelder in passive Produkte geflossen sind. Das entspricht etwa der Hälfte der Gelder, die im bisherigen Rekordjahr 2016 in passive Finanzinstrumente geflossen sind.

Damit verstärkt sich der Trend der Investoren, Geld aus aktiven Anlageprodukten in günstigere passive Fonds zu verschieben, weiter. Gemäss dem Finanzanalysehaus EPFR Global sind in den vergangenen zwölf Monaten 423 Mrd. $ aus aktiven Fonds abgezogen worden. Im Gegenzug haben Anleger seit 2013 gegen 1300 Mrd. $ in ETF investiert. Damit verwalten die Anbieter von passiven Produkten global 3800 Mrd. $, wie der jüngste Marktreport des weltgrössten Vermögensverwalters BlackRock aufzeigt.

Nachdem Anleger in den vergangenen zwei Jahren ETF hauptsächlich für den Kauf von Obligationenindizes eingesetzt haben, sind seit dem vierten Quartal 2016 vor allem Indexfonds auf Aktien gefragt. Damit setzen Investoren darauf, dass sich in den USA die Zinswende weiter manifestiert. Nordamerika ist für die Anbieter von ETF noch immer der wichtigste Markt. Die passiven Fondsinstrumente sind dort viel weiter verbreitet als etwa in Europa oder Asien. Das zeigt sich auch am Volumen des Geldzuflusses: Im ersten Quartal 2017 investierten Anleger 135 Mrd. $ in amerikanische Aktien und Obligationen, hingegen flossen nur 31 Mrd. $ in die europäischen Pendants.

Die Zu- und Abflüsse bei ETF sind zugleich auch ein Indikator, wo professionelle Investoren das Geld bevorzugt anlegen. So waren gemäss der Auswertung von BlackRock im ersten Quartal hauptsächlich amerikanische, japanische und europäische Aktien gefragt. Gleichzeitig wird eine Verschiebung des Anlegerinteresses von Value- in Richtung Wachstumsaktien registriert. Bei den Obligationen sind vor allem Unternehmensanleihen im Bereich Investment Grade gesucht.

Auf der Verkaufsliste der grossen Investoren stehen hauptsächlich chinesische und koreanische Aktien. Gewinnmitnahmen gibt es auch bei Bankaktien, die in den vergangenen Monaten den Gesamtmarkt deutlich übertroffen hatten. Auch Staatsanleihen und hochverzinsliche Obligationen sind weniger gefragt.