Der vielleicht berühmteste Katalane aller Zeiten war Joseph Joffre, Maréchal de France, Held des Ersten Weltkriegs. Für ihn war Roussillon «la petite patrie», Frankreich «la grande». Die Flagge mit den vier roten Balken auf goldenem Grund weht im Hexagon-Winkel, wo die Pyrenäen ans Mittelmeer stossen, traut neben Trikolore und EU-Sternenkranz, nichts zu spüren von Sezession. Louis XIV schnappte sich 1659 diese Ecke der katalanischen Lande. Die Vorgeschichte ist verwickelt; es gab Streit zwischen Spaniens Krone und Katalonien, das sich um 1640 an Versailles anlehnte und mit der Teilung bezahlte. Katalanisches Wesen ist im Département Pyrénées-Orientales noch spürbar, doch die Sprache ist weit weniger präsent als auf der spanischen Seite – der Sonnenkönig schränkte sogleich den Gebrauch des Katalanischen ein. Ein ferner Vorgänger Louis’ stiftete übrigens, so geht die Sage, Kataloniens Wappen: Nach einer Schlacht gegen die Mauren um 875 begab sich der westfränkische König Karl der Kahle zu Wilfried dem Behaarten, dem Grafen von Barcelona – Karl tauchte vier Finger ins Blut des wunden Wilfried und strich damit über den güldenen Schild. Bleibt zu hoffen, dass sich heute niemand mehr die Finger blutig macht.