Zum Thema: Was tun mit dem Buchgewinn?

Pensions-Kassen-Sturz vom April 2013

Die gleichzeitige Hausse von Aktien und Anleihen während vieler Monate ist die Folge der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken, die alle Finanzaktiven in die Höhe treibt. Dass besonders die Aktieninvestments in den Pensionskassenportefeuilles gewichtiger geworden sind, belegt der von der Credit Suisse (CSGN 11.325 -0.44%) quartalsweise berechnete Pensionskassenindex. Er beruht auf den von der Grossbank für schweizerische Vorsorgeeinrichtungen verwahrten Wertschriften (Custody). Die Aktienquote hat im dritten Quartal in Folge zugenommen; dieses Jahr von 29,3 auf 31,3% des Gesamtvermögens.

An Gewicht verloren haben gemäss der Auswertung hingegen alle anderen Investmentklassen. Auf Anleihen entfielen Ende März noch 33,3% der aggregierten Vermögen (–0,4 Punkte). Die drittbedeutendste Vermögensklasse, Renditeimmobilien, hat in der Gesamtgewichtung 0,5 Prozentpunkte auf einen Anteil von noch 20,2% der Vorsorgevermögen eingebüsst. Hauptgrund für die Anteilsverschiebungen dürfte die ungleiche Entwicklung der Preise der Anlageklassen sein und nicht etwa aktiv von den Pensionskassen vorgenommene Umschichtungen. Die Vorsorgeeinrichtungen halten ihre Grundanlagestrategie üblicherweise konstant.

Arbeitstätige wieder sicherer

Die Börsenhausse hat die finanzielle Situation der Vorsorgeeinrichtungen gestärkt. Der nach üblichem Verfahren hochgerechnete Deckungsgrad von Pensionskassen der privaten Wirtschaft, in deren Zahlen das Beratungsunternehmen PPCmetrics Einsicht hat, erreichte Ende März knapp 109%.

Über 100% gestiegen ist auch der risikotragende Deckungsgrad. Er zeigt auf, wie gut der bilanzielle Anspruch der Beschäftigten (Freizügigkeitsguthaben der Aktiven) durch Vermögenswerte gedeckt ist, wenn die Kasse die bestehenden Rentenverpflichtungen zum aktuellen Marktzins und nicht zum im Vorsorgebereich üblichen, deutlich höher angesetzten technischen Zins diskontiert. Diese Berechnungsvariante soll den pensionskassenversicherten Arbeitstätigen aufzeigen, wie es um ihr Vorsorgegeld steht. Sie sind die Risikoträger der beruflichen Vorsorge, und zwar für das eigene Anlagegeld wie auch für das der Rentner. Sie garantieren folglich die Renten der Pensionierten.

Guter Wert von Axa

Eindeutiger ist das Mass der Vorsorge­deckung für Beschäftigte, deren Arbeit­geber die berufliche Vorsorge durch einen Lebensversicherer durchführen lässt. Marktführer Axa Winterthur erledigt diese Aufgabe für eine Vielzahl kleinerer und mittelgrosser Unternehmen mit insgesamt 415’000 Beschäftigten, wie diese Woche an einer Medienorientierung dar­gelegt wurde. Das entsprechende Anlagevolumen erreicht 51 Mrd. Fr.

Im Modell Vollversicherung steht der Assekuranzanbieter gerade für Kapital, Zinsen und Renten. Diese Garantie ist nicht kostenlos für die Versicherten. Axa Winterthur verbuchte 2012 mit der beruflichen Vorsorge 2142 Mio. Fr. Umsatz, ­wovon sie 182 Mio. Fr. in Abgeltung der ­gestellten Garantien abzweigte (entsprechend 8,5% des Umsatzes und folglich unterhalb des 10%-Maximalansatzes der Legal Quote). Der Versicherer erreicht nach eigenen Angaben eine Nettokapitalrendite von 5 bis 7%. Dem Geschäftsteil berufliche Vorsorge zugeordnet werden muss offenbar Risikokapital in der Grössenordnung von 2,7 Mrd. Fr. Rechnerisch ableiten für Axa-Versicherte lässt sich somit ein Deckungsgrad von etwa 106%.

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