Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Zum Thema: Für 3a-Sparer wird es enger

Pensions-Kassen-Sturz vom August 2016

Die Performance der Pensionskassenvermögen ist trügerisch. Gemäss den Pictet-BVG-Indizes ist im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von rund 3,7% vor Kosten erreicht. Die Avance beruht jedoch zu erheblichem Anteil auf der nochmaligen Aufwertung des Obligationenbestands. Anleihen sind inzwischen so hoch bewertet, dass sie bis Verfall praktisch renditelos bleiben.

Die Vorsorgeverantwortlichen sind gut beraten, die Obligationenbuchgewinne in Form zusätzlicher Rückstellungen für eine Bilanzstärkung einzusetzen. So wird der künftige Renditebedarf verringert, wie das Beispiel der BVK Pensionskasse zeigt. Geschäftsleiter Thomas Schönbächler weist im Interview zudem auf die Vorteile von Hypothekardarlehen, die von der BVK als Teilersatz für niedrig verzinsliche Neuobligationen forciert werden. Weil in der Regel nur grosse Kassen über Strukturen und Fachkenntnis verfügen, bringen sich spezialisierte Dienstleister als Outsourcing-Partner in Stellung. Mit Finovo ist diese Woche ein weiterer Anbieter an den Start gegangen.

Um jedoch die zunehmende Lebenserwartung finanziell abzusichern, wird für jeden Einzelnen die steuerlich geförderte Selbstvorsorge bedeutsamer. Die gesammelten 3a- und Freizügigkeitsgelder werden vom Verein Vorsorge Schweiz auf 140 Mrd. Fr. geschätzt. Die Wertschriftenform wird jedoch erst von einem kleinen Teil der Vorsorgesparer gewählt. In 3a-Anlagefonds und ETF-Strukturen ist ein Aktienanteil bis 50% zulässig, in Ausnahmefällen bis 75%. Dem Ertragspotenzial stehen Wertschwankungsrisiken gegenüber. Doch davon sollten sich gerade Menschen unter fünfzig nicht abhalten lassen, weil sie eine noch lange Investmentdauer vor sich haben.

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