Zum Thema: Wie fit die Pensionskassen sind

Pensions-Kassen-Sturz vom Juni

Die Pensionskassen haben 31% des Vorsorgevermögens in Zinspapieren und weitere 29% in Aktien angelegt. Die Bewertung der beiden wichtigsten Anlageklassen der Vorsorgebranche tendiert dieses Jahr aufwärts, aber in unterschiedlichem Ausmass. Die Dividendenwerte haben seit Jahresbeginn fast ein Fünftel angezogen. Die Kurse börsengehandelter Obligationen sind ebenfalls, aber nur wenig im Plus. Die Anlegernachfrage hob den Preis und senkte zugleich in der Umkehrbewegung die Marktzinsen tiefer bzw. kräftiger in den negativen Bereich.

Der Aktienanteil in den Vorsorgevermögen hat sich gemäss der neuen Studie von Swisscanto über den Zehnjahresvergleich wenig verändert. Wegen der unergiebigen Zinsen verringerten die Pensionskassen jedoch die Vermögensquote der Zinspapiere. Im Gegenzug weiteten sie den Vermögensanteil von Renditeliegenschaften von 19 auf 25% aus. Swisscanto-Anlagechef Iwan Deplazes warnte an einer Medienkonferenz, die Konzentration auf Schweizer Immobilien sei «aus Risikosicht problematisch». Bessere geografische Diversifikation – sprich mehr ausländische Objekte – tue Not.

Um Preisschwankungen der Sachwertanlagen aufzufangen, halten die Vorsorgeeinrichtungen Reserven. Kumuliert übersteigen die Vermögen die Summe der Verpflichtungen um 14%. Die Pensionskassen sind in der Gesamtheit betrachtet finanziell gerüstet, das Anlagerisiko zu tragen.

Gemäss Deplazes nutzten jedoch viele Vorsorgeeinrichtungen die Risikofähigkeit ungenügend. Kassen, die komplexe oder illiquide Anlageklassen in begrenztem Umfang ins Portefeuille integrieren, rentierten besser. Er rechnete vor, dass eine um 0,7 Prozentpunkte höhere jährliche Anlagerendite den Vorsorgeträgern erlaubte, die Rentenzahlung trotz niedrigerem Umwandlungssatz stabil zu halten.

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