Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Zum Thema: Pensionskassen konkurrieren mit Banken

Pensions-Kassen-Sturz vom November 2015

Das Anlageresultat der Pensionskassen kurz vor Jahresende stimmt versöhnlich. Der Börsensturz von Januar nach der Freigabe des Eurokurses ist verdaut. Auf den Aktienanlagen – im Branchenschnitt 30% des Gesamtvermögens – resultiert eine Gesamtperformance aus Kurs und Dividende von etwa 1%.

Der Anleihenbestand, der durchschnittlich rund 40% der Pensionsvermögen ausmacht, hat wegen der anhaltenden Zinsbaisse weitere Buchgewinne gebracht. Der Pictet-BVG-Index 25, der die Performance eines typischen Vorsorgevermögens einzufangen versucht, steht ein halbes Prozent über Jahresanfang.

Bleibt es bei diesem Anlageerfolg, haben die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge den Jahresbedarf nicht ganz eingebracht. Den Guthaben der Beschäftigten ist für 2015 der BVG-Mindestzins von 1,75% gutzuschreiben. Auf die Restkapitalien der Rentner ist je nach Bilanzierungspraxis ein Zins von 2 bis 3% zu schlagen, damit die Rechnung in den künftigen Jahren im Lot bleibt.

Die wohl leicht negative Rechnung dieses Jahres drückt den Deckungsgrad der Verpflichtungen. Schlimmer ist, dass die finanziellen Perspektiven der Kassen getrübt sind. Auf dem Anleihebestand dürfte 2016 kaum mehr eine positive Performance resultieren, und vom Aktienmarkt erwarten die Finanzanalysten nur wenig Aufwärtsbewegung. Für nächstes Jahr gilt zwar nur noch 1,25% BVG-Zins. Alle Garantien zu erfüllen, wird für die Kassen trotzdem herausforderungsvoll.