Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Zum Thema: Die besseren Vorsorgeländer

Pensions-Kassen-Sturz vom Oktober 2015

Pensionskassen und Lebensversicherer müssen nächstes Jahr die Pensionsgelder noch zu mindestens 1,25% verzinsen. Der Bundesrat hat gemäss den Regeln der obligatorischen beruflichen Vorsorge den BVG-Mindestzins bereits für das folgende Jahr festgelegt. Aktuell steht der minimal vorgeschriebene Pensionszins auf 1,75%.

Der Entscheid vermindert die künftige Belastung der im Pensionsgeschäft aktiven Versicherer und der Pensionskassen. Der von den Lebensversicherern abgedeckte Teilmarkt der KMU-Vorsorge­lösungen umfasst Vermögen von rund 140 Mrd. Fr. Bedeutendste Anbieter sind Axa Winterthur und Swiss Life (SLHN 486.20 -0.04%).

Akzentuiert aber wird mit dem Zinsentscheid die Ungleichbehandlung von Beschäftigten und Rentnern. Die Vorsorgeeinrichtungen müssen auch nächstes Jahr den Kapitalien der Pensionierten deutlich mehr vergüten, damit die fixen Renten vollständig finanziert bleiben.

Die Versicherer haben dafür nach letzten Angaben Pflichtzinsen von rund 2% einzurechnen, die Pensionskassen je nach gewählter Diskontierung zwischen 2 und 3,5%. So viel laufende Rendite zu erreichen, ist angesichts der niedrigen Obli­gationenrenditen knifflig, aber nicht ­unmöglich. Qualitätsaktien werfen eine Dividendenrendite von etwa 3% ab, vermietete Wohnimmobilien gemäss Branchenangaben eine Nettorendite um 4%.

Bei Aktien- und Immobilienanlagen wird gerne auf das Risiko verwiesen, das im Sinne des Anlageterminus in der Regel als Mass der Wertschwankung verstanden wird – nicht als Ausfall bzw. dauerhafter Verlust. Temporäre Wertschwankungen auszuhalten, ist eine Voraussetzung des langfristigen Investierens, auch in der beruflichen Vorsorge. Die Sammelpensionskasse Profond interpretiert diese Aufgabe erheblich umfassender als die meisten Vorsorgeträger, auch solcher aus den Vorzeigeländern Dänemark und Niederlande.

Die Schweizer Pensionskassen suchen über weitere Massnahmen, ihre Lasten zu mindern. In einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Aon Hewitt gab ein Drittel der 70 Antwortenden an, eine zumindest teilweise Flexibilisierung der Rentenleistungen anzustreben. Ein Viertel der Befragten sieht vor, im Bereich der Kadervorsorge einen grösseren Teil der Anlagegefahren und Chancen auf die versicherten Personen abzuwälzen.