Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Zum Thema: Die Ernte bei Pensionskassen ist zu wenig ergiebig

Pensions-Kassen-Sturz vom September 2015

Die Pensionskassen dürften am Ende in den ersten neun Monaten des Jahres etwa 0,5 bis 2% des Vermögens eingebüsst haben. Der Pictet-BVG-Index-25, der ein Portefeuille mit 25%-Aktienanteil abbildet, zeigt ein Minus von 1,25% an. «Im Fall einer Nullperformance dieses Jahr kann der Deckungsgrad der Pensionskassen wegen der Leistungspflichten rund drei Prozentpunkte schrumpfen», warnt Ueli Mettler vom Beratungsunternehmen C-alm.

Manche Vorsorgeeinrichtungen dämmen die Baissegefahr ein. Ähnliches berichtet Jürg Althaus, Anlagechef der Sammelpensionskasse ASGA. Er sieht für die Aktienmarktentwicklung «mehrheitlich rote Ampeln». Die Anlagekommission habe deshalb beschlossen, die «Aktienquote um ein paar Prozentpunkte zu verringern».

Das Deckungsverhältnis der Pensionskassen wird zusätzlich durch die fällige Neubilanzierung der Rentenverpflichtungen belastet. Die Beratungsgesellschaft PPCmetrics hat errechnet, dass bei ökonomisch korrekter Bilanzierung der für die Renten zurückgestellten Kapitalien der Deckungsgrad der untersuchten Pensionskassen von 116,5 auf 107,1% fällt (sogenannt risikotragender Deckungsgrad).

In den kommenden Jahren werde das Finanzierungsverhältnis nur schon aus strukturellen Gründen jährlich etwa um einen Prozentpunkt abnehmen, ergänzt Ueli Mettler von C-alm: «Mit der üblichen Anlagestruktur kommen die Pensionskassen auf lediglich 2% erwartete Rendite, und das erst noch bei eklatantem Schwankungsrisiko.»

Dem stehen Zinspflichten im Umfang von 2 bis 3% gegenüber. Besonders drückend ist die Last der Rentnerkapitalien, denen im Schnitt 3% zugeteilt werden müssen. Den Beschäftigten ist der BVG-Mindestzins gutzuschreiben, der für 2015 auf 1,75% steht. Der Landesregierung empfiehlt die vorberatende Kommission, den Satz für 2016 auf 1,25% zu senken. Damit bliebe das Mindesterfordernis hoch. Der Bundesrat hat noch im Herbst zu entscheiden.