Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Zum Thema: Nur scheinbar prall gefüllt

Pensions-Kassen-Sturz vom September

Pensionskassen legen den Investmentschwerpunkt auf Aktien, Obligationen und Immobilien. Ein so strukturiertes Portfolio lieferte in den ersten acht Monaten des Jahres gut 9% Performance. In der Schweiz tendierten der Aktienindex SPI (SXGE 11556.95 -0.38%) wie auch der Obligationenpreisindex SBI nach oben. Vordergründig verbessert die hohe Performance die Finanzlage der Vorsorgeeinrichtungen.

Doch da steckt viel Luft drin. Die Renditeprognose für die Vorsorgeeinrichtungen sieht weit weniger günstig aus. Auf etwa 2%  Bruttorendite kommt die Schätzung, die das Beratungsunternehmen C-alm für ein typisches Pensionskassenvermögen ermittelt hat. Dabei wird für Aktien eine Gewinnrendite – im Wesentlichen aus dem Erhalt von Dividenden – von 4 bis 5% jährlich unterstellt. Auf Immobilienanlagen wird eine Cashflow-Rendite bzw. ein Nettomieterlös im Umfang von 3% der Objektwerte veranschlagt. Einkalkuliert ist eine Seitwärtsbewegung der Preise – also weder eine markante Wertsteigerung noch eine substanzielle Werteinbusse.

Frankenanleihen sowie währungsgesicherte Fremdwährungsobligationen stuft C-alm hingegen als verlustbringend ein. Ausgehend vom heutigen Marktwert der Zinspapiere handeln selbst solche mit kräftigem nominalen Coupon bezogen auf die Zeitspanne bis zur Rückzahlung im Bereich negativer Renditen. Das bedeutet, dass der Jahrescoupon durch die zwangsläufige Rückbildung des Wertpapierkurses mehr als aufgezehrt wird.

Die Prognosewerte der einzelnen Anlagebausteine summieren sich für das typische Pensionskassenportfolio auf die erwähnte 2% Performanceschätzung. Das würde reichen, den Altersguthaben der Erwerbstätigen weiterhin den BVG-Mindestzins von aktuell 1% oder gar etwas mehr gutzuschreiben.

Voraussetzung ist, dass die Rentenverpflichtungen genügend umfangreich bilanziert sind. Der dazu verwendete Diskontsatz (technischer Zins) sollte deutlich unter 2% stehen, damit der Stiftungsrat für seine Arbeit ein Gut verdient.

Weitere Artikel aus dem Dossier «Vorsorge»

Alle Artikel »