Zum Thema: Damit was im Sparstrumpf bleibt

Pensions-Kassen-Sturz vom März 2013

Wie es um die finanzielle Lage der Pensionskassen steht, soll ein Kassensturz bzw. eine genaue Wertermittlung zeigen. Die Deckungslage der Vorsorgeeinrichtungen ist von der gleichzeitigen Hausse von Aktien und Anleihen während der zurückliegenden Monate erheblich verbessert worden. Die privatrechtlichen Kassen, in deren Daten das Beratungsunternehmen PPCmetrics Einsicht hat, haben 2012 hochgerechnet eine Steigerung des technischen Deckungsgrads von knapp 101 auf über 106% erlebt. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres hat sich der Wert weiter auf beinahe 108% entwickelt.

Ausgedrückt wird damit, in welchem Verhältnis der Marktwert des Vermögens zu den bilanzierten Vorsorgeverpflichtungen steht. Für die Berechnung des technischen Deckungsgrads, wie er von der kantonal bzw. teilweise regional organisierten Pensionskassenaufsicht vorgeschrieben ist, werden die Verpflichtungen gegenüber den Rentenbeziehenden zu einem Rechnungszins zwischen 3 und 4% geführt (technischer Zins). Diese Bilanzierung hat zur Folge, dass die Pensionskassen implizit eine entsprechende jährliche Verzinsungsgarantie eingehen.

Deckungsgrad verschleiert

Jährlich zwingend 3 bis 4% Anlageertrag zu erzielen, wird angesichts der Niedrigzinslage zur Herausforderung. Kritiker bemängeln deshalb, der beschriebene technische Deckungsgrad zeichne ein zu optimistisches Bild. In der Tat haben die Pensionskassen in Jahren, die mit einem geringeren Ertrag enden, fehlende Prozente durch eine mindere Verzinsung der Sparguthaben der Berufstätigen zu kompensieren. Der für diese Guthaben geltende BVG-Mindestzins liegt mit derzeit 1,5% auf lediglich der Hälfte dessen, was die Pensionskassen wegen der in der Rentenumwandlung steckenden Zinsgarantie den Restguthaben der Rentner zuzuschreiben haben.

Einzige Haftende der beruflichen Vorsorge sind die Arbeitstätigen zusammen mit dem arbeitgebenden Unternehmen. Sie haben ein allfälliges Manko durch ­geringere Verzinsung und in extremen Fällen durch Sanierungsbeiträge auszugleichen. Erst wenn dies nicht möglich ist, steht für die besonders geschützten Teile der Vorsorgegelder ein übergeordneter Rettungsschirm bereit.

Was für die Haftenden zählt

Um für die Aktivversicherten bzw. die Arbeitstätigen den Sicherheitsgrad ihrer bislang gesparten Pensionsvermögen zu bestimmen, hat PPCmetrics das Konzept des risikotragenden Deckungsgrads entwickelt. Nach diesem Vorgehen werden die feststehenden Rentenverpflichtungen so bilanziert, dass eine jährliche Gutschrift auf Höhe der aktuellen Rendite von Anleihen bonitätsmässig guter Schuldner für ihre Ausfinanzierung ausreicht.

Zu einem Marktzins von je nach Laufzeit lediglich 0,7 bis 1,5% diskontiert, erhält der Bilanzwert der Rentneransprüche aber eine viel grössere Dimension. Vom Gesamtvermögen der Pensionskasse bleibt in dieser Betrachtungsweise weniger zur Deckung der Ansprüche der Aktivversicherten. Aus der Gegenüberstellung mit der Summe ihrer Sparguthaben resultiert vereinfacht ausgedrückt der Deckungsgrad der Risikoträger. Der von PPCmetrics errechnete risikotragende Deckungsgrad der privatrechtlichen Pensionskassen hat sich dank der Aufwertung der Kassenvermögen 2012 von 86 auf 94% verbessert. Ende Februar hat der Durchschnittswert dank der Vermögensperformance 98% überstiegen.

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