Zum Thema: Cashflow is King

Pensionskassen-Sturz

Das Zwischenresultat der Pesionskasse zeigt, dass dem Rentenguthaben je nach Vorsorgeträger jährlich 3 bis 4% Zins zuzuschreiben ist.

Im Juni haben Investoren rückläufige Aktiennotierungen und Buchverluste auf Anleihen – die Bewertungsfolge höherer Renditen – schultern müssen. Auf den Portfolios der Schweizer Pensionskassen hat gemäss Angaben von Credit Suisse (CSGN 11.44 0.66%) eine Monatsperformance von durchschnittlich –2,1% resultiert.

Die in den Vormonaten aufgebaute Wertentwicklung ist damit glatt halbiert worden. Für den Zeitraum Januar bis Juni ist eine Anlageperformance vor Verwaltungskosten von 2,5% geblieben. Das zeigt die neueste Ausgabe des Pensionskassen-Index, der von der Grossbank vierteljährlich ausgehend von den betreuten Port­folios errechnet wird (Custody).

Just genügend Performance

Das Zwischenresultat ist nicht schlecht, aber es reicht gerade mal eben zur Deckung der pro rata kalkulierten Zinsverpflichtungen der Kassen sowie der Kosten und Rückstellungen. Den Rentnerguthaben sind je nach Vorsorgeträger jährlich 3 bis 4% Zins zuzuschreiben. Die Pensionsvermögen der im Ansparprozess steckenden Beschäftigten sind gemäss dem aktuell geltenden BVG-Mindestzins auf Jahresbasis mit 1,5% zu dotieren.

Der gemittelte Deckungsgrad privatwirtschaftlicher Kassen dürfte deshalb in der ersten Jahreshälfte stagniert haben. Die Hochrechnung der Beratungsgesellschaft PPCmetrics – basierend auf den Daten der von ihr betreuten Vorsorgeträger – ergibt einen Durchschnittswert von 106,7% gegenüber 106,3 zu Jahresbeginn. Der sogenannt risikotragende Deckungsgrad verbesserte sich von rund 93 auf knapp 99%. Diese alternative Berechnung versucht aufzuzeigen, wie das Deckungsverhältnis für die ausgesonderten Gut­haben der Pensionskassen-Risikoträger – die im Arbeitsprozess stehenden Personen – aussieht.

Die ökonomische Situation der Vorsorgeeinrichtungen ist massgeblich geprägt vom Diskontsatz, der zur Bilanzierung der über Jahrzehnte laufenden Rentenverpflichtungen verwendet wird. Schweizerische Gepflogenheit ist die Diskontierung mit einem stark von historischen Performancedaten geprägten Satz. International wird hingegen auf die Verwendung von Marktzinsen gedrängt. Nach diesem Grundsatz richtet sich auch das Vorgehen, das die international gebräuchliche IFRS-Rechnungslegungsnorm mit der neuen IAS-Regel 19 vorschreibt.

Geringfügig weniger Aktien

Die Allokation der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen auf Aktieninvestments ist im zweiten Quartal erstmals seit Jahresfrist leicht zurückgegangen, beobachtete Credit Suisse. Gemäss den Angaben ihres Pensionskassen-Index glitt die Aktienquote aggregiert betrachtet von März bis Juni von 31,8 auf 30,5% zurück. Allerdings gilt festzuhalten, dass die Aktienmärkte im zweiten Quartal neutral bis leicht tiefer notierten, weshalb nur schon die Preis­änderung einen Teil des Quotenrückgangs begründet.

Um ein Prozentpunkt auf aggregiert 7,7% gestiegen per Ende Juni ist der Vermögensanteil, der von den Kassen liquid gehalten wird. Vorsorgeeinrichtungen dotieren Geldmarktanlagen in nicht unwesentlichem Ausmass, um im aktuellen Zinsumfeld nicht alle aus fälligen Obligationen rückfliessenden Mittel neu in (gering verzinsliche) Anleihen zu leiten. Indirekt wird damit eine sogenannte Durationsverkürzung realisiert. Festverzinsliche Anlagen machten zur Jahresmitte gemäss CS-Pensionskassenindex unverändert 33,3% der Vorsorgevermögen aus.

Leser-Kommentare