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Märkte / Anleihen

Pfandbriefzentrale holt sich 1,1 Mrd. Fr.

Ungeachtet des seit Wochen dauernden Zinsanstiegs hat sich die Pfandbriefzentrale der schweizerischen Kantonalbanken am Dienstag mehr als 1 Mrd. Fr. am Kapitalmarkt besorgen können.

(Reuters) Ungeachtet des seit Wochen dauernden Zinsanstiegs hat sich die Pfandbriefzentrale der schweizerischen Kantonalbanken am Dienstag mit der Ausgabe von drei Obligationen mühelos mehr als eine Milliarde Franken am Kapitalmarkt besorgen können. Die Nachfrage sei recht gross gewesen, die Zuteilungen hätten gekürzt werden müssen, hiess es bei der federführenden Zürcher Kantonalbank (ZKB). «Anlagebedarf ist weiterhin vorhanden, aber die Anleger sind etwas vorsichtiger geworden», sagte ein Händler.

Die Zentrale emittierte eine neue zu 0,125% verzinste Anleihe über 487 Mio. Fr. mit einer Laufzeit von acht Jahren. Zudem wurde ein knapp zwölfjähriges Papier mit einem Volumen von 412 Mio. Fr. und einem Coupon von 0,375% neu begeben. Der Hypothekenfinanzierer stockte ausserdem die zu 0,125% verzinste Anleihe mit Verfall in 2031 um 236 Mio. Fr. auf. Die Renditen beliefen sich auf 0,1%, 0,347% und 0,42%.

Die grösste Nachfrage habe es bei den achtjährigen Papieren gegeben. «Es ist lange her, dass es für eine Anleihe solcher Qualität mit einer achtjährigen Laufzeit eine positive Rendite gab», sagte ein Händler.

Händler erklärten dies auch mit dem jüngsten Anstieg der Renditen, der die Anleger vorsichtiger agieren lassen. Anleihen mit langen Laufzeiten könnten nicht mehr so einfach platziert werden, da dieses Segment bei steigenden Zinsen stärker unter Druck komme als die kurzen Papiere.

«Der Renditeanstieg ist eigentlich nur der Beginn der Zinsnormalisierung, auf die wir schon so lange warten. Aber das Ausmass und die Geschwindigkeit der Bewegung haben die meisten Marktteilnehmer doch sehr überrascht», sagte ein Händler.

Zudem hätten viele Anleger, die vor wenigen Wochen Anleihen des Kantons Genf und St. Gallen oder der Stadt Zürich mit Verfall in 2031, 2041 beziehungsweise 2046 gekauft hätten, nach dem Renditeanstieg happige Kurseinbussen hinnehmen müssen. Die Papiere waren über pari emittiert worden und werden nun am Graumarkt zu Kursen zwischen 94 und 96% gehandelt. «So gebrannte Investoren dürften lange Laufzeiten nun meiden», sagte ein Händler.

Dass sich der Zinstrend nun einfach so fortschreiben lässt, glauben Ökonomen nicht so recht. Eine Zinswende auszurufen, dürfte verfrüht sein. «Wir erleben derzeit eher ein langsames Durchschreiten des Zinstiefs», sagte Martin Neff, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz auf einer Pressekonferenz über den Schweizer Immobilienmarkt. «Ich habe in den vergangenen acht Jahren vier mal die Zinswende prognostiziert und ich lag damit daneben.» Ein Anstieg der Zinsen auf zwei Prozent sei nicht realistisch.

Die Rendite der zehnjährigen Obligationen der Eidgenossenschaft verharrte mit –0,104% praktisch auf Vortagesniveau (von –0,10%). Der Dezember-Kontrakt des Zinsfuture Conf notierte mit 162,84% um 20 Basispunkte höher.