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Pfizer-Medikament hochwirksam gegen Corona

Ein Mittel des US-Konzerns kommt bei einer Studie gut weg. Mehrere Titel profitieren davon und steigen kräftig. Lonza geben dagegen stark nach.

(Reuters/AWP) Ein Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Pfizer (PFE 50.58 -3.31%) hat sich in einer Studie als sehr effektiv erwiesen. Das Risiko, wegen Corona ins Krankenhaus zu müssen oder zu sterben, habe sich durch die Einnahme des Mittels bei Erwachsenen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer ernsthaften Covid-19-Erkrankung 89% verringert, teilte Pfizer mit. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge ist die Pille damit wirksamer als das Medikament Molnupiravir des US-Rivalen Merck (MRK 91.27 -1.24%) (MRK 167.85 +1.48%), das in ähnlichen Tests das Risiko halbiert hatte. Die Studie mit rund 1200 Probanden sei vorzeitig beendet worden, erklärte Pfizer. Man werde die Daten nun bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einreichen. Einen Antrag auf Notfallzulassung des Mittels hatte der Konzern schon im Oktober gestellt.

«Diese Daten deuten darauf hin, dass unser oraler antiviraler Arzneimittelkandidat, wenn er von den Behörden zugelassen wird, das Potenzial hat, das Leben von Patienten zu retten, den Schweregrad von Covid-19-Infektionen zu verringern und bis zu neun von zehn Krankenhausaufenthalten zu vermeiden», sagte Pfizer-Chef Albert Bourla. Der Konzern will die Produktion nun hochfahren. Die Aktien von Pfizer stiegen vorbörslich 11%, während die Papiere von Merck um 8,5% fielen.

Die Pille wird in Kombination mit einem älteren antiviralen Mittel namens Ritonavir verabreicht. Die Kombinationsbehandlung mit dem Markennamen Paxlovid besteht aus drei Tabletten, die zweimal täglich eingenommen werden müssen. Das Medikament, das zu einer Klasse von Proteasehemmern gehört, soll ein Enzym blockieren, das das Coronavirus zur Vermehrung benötigt. Die Merck-Pille Molnupiravir hat einen anderen Wirkmechanismus, der darauf abzielt, Fehler in den Gencode des Virus einzuschleusen. Großbritannien hat bereits bei Merck und Pfizer Pillen bestellt.

Mehrere Titel gesucht – nicht Lonza (LONN 529.60 +0.91%)

Nach Veröffentlichung der Studie haben mehrere Aktien im Sog von Pfizer kräftig zugelegt. Allen voran Dufry (DUFN 29.50 -4.75%). Doch nicht nur die Aktien des Duty-Free-Detailhändlers notieren im Plus. Die gesamte Reisebranche scheint von dieser Meldung zu profitieren – unter anderem Flughafen Zürich (FHZN 147.00 -2.20%). Aber auch weitere von der Reiseindustrie abhängige Titel zeigen sich stärker. So legen etwa Richemont (CFR 96.88 -4.03%), Swatch Group (UHR 220.40 -3.04%) und LM Group (LMN 29.45 -2.64%) an der Börse klar zu.

Die Aktien von Lonza stehen dagegen zunehmend unter Druck. Durch die Studie erwachse dem US-Pharmakonzern Moderna (MRNA 153.07 +2.08%), für den Lonza den Wirkstoff für dessen Coronaimpfstoff herstellt, zusätzliche Konkurrenz. Pfizer stellt bekanntlich zusammen mit der deutschen Firma Biontech ebenfalls einen Coronaimpfstoff her.

Dazu kommt, dass Moderna das Absatzziel für den Coronaimpfstoff für das laufende Jahr wegen längerer Lieferzeiten und vorübergehenden Produktionsengpässen gekappt hat. Darauf waren Moderna am Donnerstag an der Börse eingebrochen.