Unternehmen / Konsum

Philippe Jacobs: Hoch hinaus, aber alles mit Diskretion

Der Chairman von Telemos Capital, der neuen Besitzerin des Outdoor-Spezialisten Mammut, glaubt an das Potenzial der traditionsreichen Schweizer Bergsportmarke.

Der jüngste Neuzugang im Portfolio der Private-Equity-Gesellschaft Telemos Capital ist wohl der bisher überraschendste. Für Executive Chairman Philippe Jacobs passt der von Conzzeta erworbene Outdoor-Spezialist Mammut jedoch bestens dazu. «Mammut, mit seiner reichen Geschichte und seiner starken Marke, hat in den letzten Jahrzehnten bedeutende Meilensteine erreicht und wir freuen uns auf die Möglichkeiten mit ihren Premium-Outdoor-Produkten und Dienstleistungen», wird er in der Medienmitteilung zitiert. Ein Kaufpreis wird nicht genannt, was eine Eigenschaft von ­Jacobs unterstreicht: Diskretion.

Der 1984 geborene Philippe Jacobs, Spross der Schokolade- und Kaffee­dynastie, hat das eigene Private-Equity-Unternehmen vor rund vier Jahren in London gegründet, wo er mit seiner ­Familie auch wohnt. Mammut ist das fünfte Asset in dem recht diversen Telemos-Portfolio. Kernstück sind zwei ­Beteiligungen im Bereich Medizin. ­Sanoptis betreibt Augenkliniken in Deutschland und der Schweiz, Medeuropa Kliniken für Radiologie und Strahlentherapie für Krebskranke in Deutschland, Frankreich und Rumänien. Mitte 2018 kam es mit Lovehoney zum ersten Investment im Bereich Konsum. Die ­Gesellschaft ist in Grossbritannien im Bereich Sexspielzeug marktführend. Seit der Übernahme der Mehrheit an der Schweizer Marktleaderin Amorana ist Lovehoney auch hierzulande präsent. Zum Portfolio gehört weiter eine Beteiligung am rumänischen Baumaterialhändler Maxbau.

Langfristige Engagements

Synergien zwischen den Investments sind nicht erkennbar, gemeinsam ist die langfristige Ausrichtung. Angestrebt wird ­jeweils eine Kontrollmehrheit, auf dem Radar hat Telemos gut geführte Gesellschaften mit hohem Cashflow und Potenzial für nachhaltiges Wachstum. Wichtig ist ein partnerschaftlicher Umgang mit den Portfoliogesellschaften, wie es auf der Website heisst. An Lovehoney und Amorana etwa halten die Gründer Minderheitsanteile, und Oliver Pabst wird CEO von Mammut bleiben. Die Marke hat schwierige Jahre hinter sich und wurde im Pandemiejahr 2020 im Turnaround ausgebremst. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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