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Pierin Vincenz hat die erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen

Die Staatsanwaltschaft wirft Vincenz vor, private Rechnungen über Geschäftsspesen abgerechnet zu haben.

(AWP) Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat am Dienstag vor dem Bezirksgericht Zürich die erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen: Die Spesen, die er geltend gemacht habe, seien geschäftlich begründet gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Vincenz vor, über Geschäftsspesen Besuche in Stripclubs (200’000 Franken), private Reisen (250’000 Franken) und Anwaltskosten für private Beratungen (140’000 Franken) abgerechnet zu haben.

Einzig bezüglich Anwaltskosten und einzelner kleiner Posten räumte Vincenz vor dem Bezirksgericht Zürich Fehler ein. So seien gewisse Rechnungen von seinem Anwaltsbüro statt an ihn irrtümlicherweise an die Bank gesandt und von dieser beglichen worden.

Zu den Vorwürfen, Auslagen in Nachtclubs und Stripclubs als «Nachtessen» auf Geschäftsspesen genommen zu haben, meinte der 65-Jährige, dass diese «Besuche im Rahmen von Nachtessen und Veranstaltungen» erfolgt seien. Dabei habe es sich um Beziehungspflege mit Geschäftsleuten gehandelt.

Und auch bezüglich Reisen hielt Vincenz fest, dass diese im Grossen und Ganzen geschäftlich begründet gewesen seien. So habe es sich beispielsweise beim Kochclub, den er auf Bankkosten zu einem Ausflug im Privatjet eingeladen hatte, um ein «Geschäftsclub» gehandelt. Es sei um Kontakte gegangen, nicht ums Kochen. «Es wurden konkret Geschäfte abgeschlossen.»

Beteiligung nicht offen gelegt

Die Staatsanwaltschaft wirft Vincenz im Weiteren vor, dass er die Übernahme von Firmen vorangetrieben haben soll, an denen er sich versteckt privat beteiligt hatte. In Fall «Commtrain» räumte Vincenz ein, dass er seine Beteiligung nicht offengelegt habe.

Das sei vor 15 Jahren gewesen, er sei unerfahren gewesen, begründete der 65-Jährige. Es habe sich um eine private Investition gehandelt. Aus Diskretionsgründen habe er nicht gewollt, dass bekannt werde, dass er im KMU-Bereich investiere.

Bei anderen Deals machte er geltend, dass er zum Zeitpunkt der Übernahmen keine Beteiligung mehr gehalten habe oder dass es sich bei den festgestellten Überweisungen nicht um Gewinnbeteiligungen, sondern um erhaltene Privatkredite gehandelt habe. «Ich habe nicht das Gefühl, dass ich etwas Kriminelles unternehmen habe.» Er fühle sich unschuldig, meinte er auf eine entsprechende Frage des Richters.