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PMI first

Die Einkaufsmanagerindizes der verarbeitenden Industrie haben vorerst die Talsohle erreicht. Eine Entwarnung wäre verfrüht. Ein Kommentar von FuW-Redaktorin Sylvia Walter.

«Die Belastung spiegelt sich auch in den harten Daten.»

Kurzer Zwischenstopp oder Trendwende? Das ist die Frage, die sich angesichts der PMI- Umfrage in der verarbeitenden Industrie diesen Monat stellt. Tatsächlich scheint der Sinkflug der Frühindikatoren in einigen wichtigen Volkswirtschaften vorerst beendet. Ein prägnanter Anstieg in der Schweiz lässt aufatmen. Paradoxerweise hinterlässt der Handelskrieg zwischen den USA und China bis anhin vor allem Spuren in Europa. Vorab in Deutschland, dem neuen Sorgenkind der Eurozone.

Diese Belastung spiegelt sich in den Stimmungsindikatoren, aber auch in den harten Daten zur Wirtschaftstätigkeit. Exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland und die Schweiz reagieren sensibel auf Störungen in den globalen Handelsketten. Angesichts der Tatsache, dass der scheinbare Waffenstillstand von einem einzigen Tweet des US-Präsidenten zunichte gemacht werden kann, scheint es zu früh, Entwarnung zu geben.

Springt der Funke von der verarbeitenden Industrie auf den schwergewichtigen Dienstleistungssektor über, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession markant an. Auch wenn sich die Einkaufsmanagerindizes für serviceorientierte Unternehmen vielerorts noch deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle befinden, gilt es, die Tendenz im Auge zu behalten.

Weitere Stimmungsindikatoren zur Schweizer Wirtschaft zeichnen ein freundliches Bild. Die binnenwirtschaftliche Nachfrage scheint stabil, und der Arbeitsmarkt brummt. Der PMI-Subkomponente zur Beschäftigung ist zu entnehmen, dass die Industrie sogar Stellen aufbaut. Bleibt zu hoffen, dass die Weltpolitik keinen Strich durch die Rechnung macht.

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